Ein Haus mit Hang zur Verzierung

Der letzte Posamenteriebetrieb Wiens lebt von der Arbeit Hunderter Webstühle und Spinnmaschinen. Die Familie Maurer stellt hier alles her, das schmückt. Die goldenen Zeiten sind vorbei. Aber Feuerwehr, Polizei und Heer sorgen für genug Arbeit.

Konrad (l.) und Albert (r.) Maurer in ihrer Werkstatt, im Vordergrund die alten grünen Galonmaschinen.
Konrad (l.) und Albert (r.) Maurer in ihrer Werkstatt, im Vordergrund die alten grünen Galonmaschinen.
Konrad (l.) und Albert (r.) Maurer in ihrer Werkstatt, im Vordergrund die alten grünen Galonmaschinen. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Das Erste, das der Besucher der Kandlgasse 20 bemerkt, ist ein beständiges Dröhnen und Wummern. Im efeubewachsenen Innenhof ist es noch ruhig. Stößt man aber die Tür zur Werkstatt auf, hört man die Hunderten Web-, Spinn-, Flecht- und Stickmaschinen, die vom Kellergeschoß bis in den zweiten Stock auf Hochbetrieb laufen. Wie viele es genau sind, weiß nicht einmal Geschäftsführer Konrad Maurer genau. Das beständige Wummern und das leichte Beben des Fußbodens fielen ihm gar nicht mehr auf. Er halte es wie sein Vater, der habe immer gesagt: „Es stört mich nur, wenn ich die Maschinen nicht höre. Dann arbeiten sie nicht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.05.2017)

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