Bitcoin klettert auf neues Rekordhoch

Die wachsende Bekanntheit von Cryptowährungen verhilft dem Flaggschiff Bitcoin zu einem neuen Höhenflug. Bitcoin durchbricht die Marken von 2500 Euro und 2800 Dollar.

FILE PHOTO: A Bitcoin sign is seen in a window in Toronto
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FILE PHOTO: A Bitcoin sign is seen in a window in Toronto
REUTERS

Die Cryptowährung Bitcoin hat am Dienstag neue Rekordstände erreicht. In Euro kletterte Bitcoin über die Marke von 2500. In Dollar über 2800. Damit sind die Höchststände von Ende Mai Geschichte. Da war Bitcoin in Euro auf 2360 geklettert, um dann binnen weniger Tage um fast 700 Euro abzustürzen. Bitcoin ist das bisherige Flaggschiff unter den so genannten Cryptowährungen. Der Markt ist extrem jung und volatil. Notenbanken, wie etwa die Oesterreichische Nationalbank, warnen seit einiger Zeit vor einer Blase. Allerdings scheint das die Anleger aus aller Welt nicht abzuschrecken.

Bitcoin-Chart in Euro
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Bitcoin-Chart in Euro

Cryptowährungen wie Bitcoin benötigen keine Notenbanken und werden dezentral außerhalb des Bankensystems organisiert. Sie sind de facto keiner Regulierung unterworfen, wie wir sie von herkömmlichen Finanzprodukten kennen. In Österreich sind Bitcoin rechtlich gesehen als digitales Gut zu betrachten, dass dank einer Entscheidung des EuGH in der EU steuerfrei handelbar ist. Es gelten also grob dieselben Regel wie bei Gold: Bei Kauf und Verkauf ist Bitcoin steuerfrei. Allerdings: Wer binnen eines Jahres kauft und wieder verkauft muss Spekulationssteuer zahlen, sofern er Gewinn gemacht hat.

Atemberaubende 21.000 Prozent

Und davon ist im Fall eines Bitcoin-Investments auszugehen. Die Cryptowährung, mit der man auch im Internet sowie in einer Reihe von Geschäften in Wien und anderen Städten einkaufen gehen kann, ist in den vergangenen vier Jahren derart im Preis explodiert wie selten ein Gut zuvor - um atemberaubende 21.000 Prozent.

 

Bitcoin in Dollar: atemberaubender Anstieg
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Bitcoin in Dollar: atemberaubender Anstieg

Bei derart verrückten Zahlen ist es kein Wunder, dass OeNB-Governeur Ewald Nowotny vor einer Spekulationsblase gewarnt hat und Bitcoin mit Tulpenzwiebeln verglichen hat. Auch im Interview mit der "Presse" hat sich der Notenbanker vehement gegen Bitcoin ausgesprochen. So hat er für Europa ausgeschlossen, dass Bitcoin jemals ein legales Zahlungsmittel werden könnte. Allerdings gehen andere Länder anders damit um. Japan hat Bitcoin Anfang April als Zahlungsmittel anerkannt. Dieser Schritt wurde als Auslöser des letzten Anstiegs identifiziert.

Auch ETH steigt auf Allzeithoch

Was hinter dem Aktuellen Preisauftrieb steht ist allerdings unklar. Die einfachste Erklärung: Der unregulierte und aufregende Markt für Cryptowährungen zieht immer mehr Spekulanten an, was den Preis automatisch unterstützt. Die wachsende Aufmerksamkeit der Medien kommt dazu. Politische Krisen wie etwa jene im Nahen Osten könnten auch eine Rolle spielen. Ähnlich wie etwa in China, wo die Kapitalverkehrskontrollen der Regierung die Popularität von Bitcoin stark angefeuert haben.

Bitcoin und andere Währungen sind ausschließlich außerhalb des bekannten Bankenssystems handelbar. Bisher gibt es auch keinen direkten Zugang der Börsen zu Bitcoin. Ein Exchange Traded Fund (ETF) zu Bitcoin, wie er in den USA angedacht wurde, wurde von den Behörden bisher nicht freigegeben. Auch die zweitwichtigste Cryptowährung ETH (Ethereum) steht aktuell auf einem Allzeithoch von rund 250 Dollar.

Ethereum; Screenshot von coinmarketcap.com
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Ethereum; Screenshot von coinmarketcap.com

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