Uber-Gründer Travis Kalanick tritt zurück

Auf Druck der Investoren tritt der Mitgründer des Taxi-Rivalen als Firmenchef ab. So soll das Unternehmen endlich wieder aus den negativen Schlagzeilen kommen.

FILE PHOTO - Uber CEO Kalanick speaks to students during an interaction at IIT campus in Mumbai
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REUTERS

Uber-Chef Travis Kalanick tritt endgültig zurück. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP eine Meldung der "New York Times". Der Schritt sei auf Druck von Uber-Investoren erfolgt, die einen Rückzug gefordert hätten, meldete die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zuvor hätten fünf führende Anteilseigner von Uber einen sofortigen Rückzug Kalanicks für einen Neuanfang gefordert. Auch das "Wall Street Journal" (WSJ) und das Technologieblog "Recode" berichteten von Kalanicks Rücktritt.

"Ich liebe Uber mehr als alles andere"

Kalanick hatte vorige Woche eine unbefristete Auszeit genommen, nachdem im Zuge einer Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung bei Uber massive Veränderungen beschlossen wurden, die seine Vollmachten beschneiden sollten. Er trauert derzeit um seine bei einem Bootsunfall ums Leben gekommene Mutter.

"Ich liebe Uber mehr als alles andere auf der Welt und in diesem schwierigen Moment in meinem persönlichen Leben habe ich die Forderung der Investoren akzeptiert, beiseite zu treten, damit Uber wieder zum Aufbauen zurückkehren kann, statt durch einen weiteren Kampf abgelenkt zu werden", zitierte die "New York Times" aus einer bisher nicht veröffentlichten Erklärung Kalanicks. Der 40Jährige trauert derzeit um seine Mutter, die bei einem Bootsunglück ums Leben kam.

Die Rücktrittsforderung an Kalanick kam der "New York Times" zufolge von den Investmentfirmen Benchmark, First Round Capital, Lowercase Capital, Menlo Ventures und Fidelity Investments. Uber nahm Milliarden bei Investoren ein und war bei diesen Geldspritzen laut Medienberichten mit bis zu 69 Mrd. Dollar (62 Mrd. Euro) bewertet worden - ein Rekord für ein Start-up.

Umstrittene Unternehmenskuzltur

Der langjährige Firmenchef, der die umstrittene Unternehmenskultur und die aggressive internationale Expansion geprägt hat, hatte bisher betont, dass er die Führungsrolle behalten und als besserer Manager und Mensch aus der Auszeit zurückkehren wolle.

Uber und Kalanick waren in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck geraten. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie berüchtigte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von Sexismus und sexueller Belästigung berichtete, die trotz Beschwerden folgenlos geblieben seien. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen und Dutzende weitere in Schulungen geschickt worden. Jetzt sollen neue Strukturen und Kontrollmechanismen geschaffen werden, um solche Fälle zu verhindern.

Unter anderem sollen nach Empfehlungen einer Untersuchungskommission unter Führung des ehemaligen US-Justizministers Eric Holder Beschwerden von Mitarbeitern über das Arbeitsklima besser dokumentiert und mehr Frauen in der Auswahl für Führungspositionen berücksichtigt werden. Zudem wird der Konsum von Alkohol bei Firmenpartys eingeschränkt. Die 13 Seiten langen Empfehlungen offenbarten auch das Ausmaß der Mängel in Ubers Unternehmensführung.

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