500-Millionen-Transaktion

Signa macht größten Immobiliendeal des Jahres

Immobilien-Tycoon René Benko hat wieder zugeschlagen. Seine Signa Holding verkauft den Bürokomplex Icon Vienna beim Wiener Hauptbahnhof um einen Rekordpreis an die Allianz.

René Benko hat ein Faible für spektakuläre Deals.
René Benko hat ein Faible für spektakuläre Deals.
René Benko hat ein Faible für spektakuläre Deals. – (c) APA/EPA/HERBERT NEUBAUER

Wien. Ein Geschäft ganz nach dem Geschmack von René Benko. Der Tiroler Immobilientycoon hat in Wien ein Bürohaus um mehr als 500 Millionen Euro verkauft, bevor es überhaupt fertiggebaut ist. Die Rede ist vom Icon Vienna, einem riesigen Bürogebäudekomplex beim Wiener Hauptbahnhof.

Kein Wunder, dass gestern bei Signa zumindest im übertragenen Sinn die Sektkorken knallten. Für Signa-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber ist die jüngste Transaktion der Beweis dafür, „dass sich der Wiener Immobilienmarkt einer großen Nachfrage nach attraktiven Projekten durch internationale Investoren erfreut“.

Was macht das Gebäude so lukrativ? Neben einer perfekten Lage am Wiedner Gürtel direkt neben dem Wiener Hauptbahnhof, einer direkten Anbindung an U-Bahn und S-Bahn sind es vor allem die zukünftigen Mieter, die den Ausschlag für den erzielten Kaufpreis gegeben haben. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass Signa mit dem Steuerberatungsunternehmen TPA Horwath wieder einen Topmieter gefunden hatte. TPA wird im größten der drei Türme künftig seine Unternehmenszentrale haben. Etwa 400 Mitarbeiter werden auf vier Geschoßen auf rund 8600 Quadratmetern Platz finden.

Damit sind von insgesamt 80.000 Quadratmetern Bürofläche mehr als die Hälfte vermietet – eineinhalb Jahre vor der geplanten Fertigstellung. Bereits Ende vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die Bawag ebenfalls eine neue Zentrale im Icon Vienna bekommen wird. Die denkmalgeschützte Postsparkasse wird Ende 2018 ausgedient haben. Dann geht es an den Hauptbahnhof. 1400 Bawag-Mitarbeiter werden übersiedeln, ihnen stehen in den neuen Büros 28.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Und was passiert mit dem ehrwürdigen Otto-Wagner-Bau in der City? Diese Frage wird eines Tages ebenfalls René Benko beantworten. Seine Signa hat das Postsparkassengebäude vor vier Jahren gekauft.

Laut Signa ist der Verkauf des Icon Vienna die größte Immobilientransaktion des Jahres. „Auch 2016 hat es keinen vergleichbar großen Deal auf dem Wiener Markt gegeben“, heißt es beim Immobiliendienstleister EHL.

Während die eine Großtransaktion gerade unterschrieben wurde, gab die Kartellbehörde grünes Licht für einen anderen spektakulären Immobiliendeal in Wien: Der Verkauf des größten Gebäudes Österreichs, des DC Tower, ist unter Dach und Fach. Das moderne Wahrzeichen Wiens nahe der UNO-City gehört nun der deutschen Deka-Bank.

 

Closing für DC Tower-Deal

Anfang Juni war bekannt geworden, dass sich die Bank Austria von dem 250 Meter hohen Gebäude trennen will. Im 60 Stockwerke hohen Turm sind neben einem Hotel und Fitnessstudio auch Konzerne wie Voest, IBM, Baxter sowie der Wirtschaftsprüfer PwC Österreich eingemietet.

Der DC Tower war im Februar 2014 eröffnet worden, die Errichtungskosten betrugen 300 Millionen Euro.

Beide Transaktionen sind ein Zeichen für die Attraktivität des Wiener Immobilienmarktes auch für internationale Investoren, heißt es in der Branche. (gh/ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2017)

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