Schäuble will Grenze für Bargeldzahlungen

Es werde in Europa bald Obergrenzen für das Bezahlen mit Bargeld geben, so Wolfgang Schäuble.

Wolfgang Schäuble.
Wolfgang Schäuble.
Wolfgang Schäuble. – (c) imago/Jürgen Heinrich (Jürgen Heinrich)

Berlin. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble macht sich für eine Kontrolle großer Bargeldgeschäfte stark, um Schwarzgeldtransaktionen und Geldwäsche zu unterbinden. Er untermauerte damit eine seit Langem im Raum stehende Forderung der deutschen Regierung nach der Einschränkung des Bargeldverkehrs.

Ein Vorhaben, das bei der Bevölkerung aus Angst vor dem Verlust von Anonymität und wirtschaftlicher Freiheit auf Widerstand stößt. In Europa und Amerika wird seit Jahren von einigen Ökonomen die Abschaffung des Bargelds gefordert.

Es gehe ihm aber nicht um eine Abschaffung des Bargelds, macht Schäuble am Montag auf einer CDU-Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Schleiz deutlich. Es gehe um einer Obergrenze, ab der Bargeldgeschäfte registriert werden müssen. Dazu werde es in Europa auch kommen. Schäuble betonte, er habe überhaupt nichts gegen große Bargeldtransaktionen. Aber es müsse registriert werden, wer die Geschäftspartner sind.

 

Auch gegen niedrige Zinsen

Ironischerweise hat derselbe Wolfgang Schäuble sich auch für ein baldiges Ende der EZB-Niedrigzinspolitik stark gemacht. Das ist deshalb ironisch, weil viele Ökonomen gegen das Bargeld zu Felde ziehen, um den Notenbanken die Umsetzung von niedrigen Zinsen zu erleichtern.

Die Idee ist die: Wenn die Zentralbank niedrige oder gar negative Zinsen einsetzen will, stößt sie an Grenzen, wenn die Menschen ihr Geld einfach in bar halten. Sollte das Bargeld aber abgeschafft werden, wie es etwa der Harvard-Ökonom Ken Rogoff fordert, dann könnten diese Negativzinsen direkt weitergegeben werden – und die Sparer würden draufzahlen. (ag./jil)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2017)

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