Arcelor Mittal will 4.000 Jobs streichen: Streik in Italien

Stahlhersteller ArcelorMittal setzt in seinem jüngst zukauften Werk in Italien den Sparstift an. Die Mitarbeiter streiken.

AFP (ALFONSO DI VINCENZO)

Weil der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal, der im Mai den unter Sonderverwaltung stehenden italienischen Stahlkonzern Ilva übernommen hat, die Kürzung von 4.000 der 14.200 Stellen plant, sind die Mitarbeiter des Unternehmens am Montag in Italien in einen 24-stündigen Streik getreten. In Genua kam es zu einer großen Protestkundgebung, berichteten italienische Medien.

Die Demonstranten forderten den Einsatz der Regierung in Rom, um die massiven Jobkürzungen abzuwenden. "4.000 Jobkürzungen sind absolut unzumutbar. Die Regierung muss die Beschäftigung garantieren", sagte Francesca Re David, Chefin der italienischen Metallgewerkschaft FIOM. ArcelorMittal hatte am Freitag den massiven Jobabbau angekündigt.

1,8 Milliarden Euro hat ArcelorMittal laut italienischen Medien für die Übernahme des Ilva-Werks im Mai gezahlt. Ilva hatte zu Hochzeiten geschätzte neun Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produziert - das entsprach etwa einem Drittel der italienischen Gesamtproduktion. Das Stahlwerk mit Sitz in Tarent steht seit 2013 unter besonderer staatlicher Aufsicht. Hintergrund waren Vorwürfe gegen die Eigentümerfamilie Riva, die in Kauf genommen haben soll, dass giftige Emissionen aus der Anlage in die Stadt zogen. Die Emissionen werden für mindestens 400 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht.

Für den italienischen Premier Paolo Gentiloni ist die Zukunft des süditalienischen Stahlwerks besonders wichtig, da seine Regierung es mit staatlichen Darlehensgarantien und weiteren Sonderbehandlungen über Wasser hält. Dies hat bereits den Unmut anderer Stahlkonzerne und Brüssels ausgelöst.

(APA)

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