Rekordgewinn: Voest lässt Krisenjahre hinter sich

Der Technologiekonzern verbessert im Halbjahr das nettoergebnis um zwei Drittel. Rückenwind bringt der konjunkturelle Aufschwung auch in Europa und die hohe Nachfrage aus der Autoindustrie.

ARCHIVBILD/THEMENBILD: WAHLEN IN OBEROeSTERREICH / LAeNDERPORTRAeT: VOEST ALPINE
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BARBARA GINDL / APA / picturedes

Nach einem blendenden ersten Quartal konnte die Voestalpine auch im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 einen markanten Umsatz- und Gewinnsprung hinlegen. Ein Umsatz von 6,3 Mrd. Euro (plus 16,5 Prozent) und ein Nettogewinn von 389 Mio. Euro (plus 66,4 Prozent) bedeuten die höchsten Ergebnisse seit der von der Lehman-Pleite 2008 ausgelösten Wirtschafts- und Finanzkrise.

Die Aktie reagierte vormittags nur mit einem leichten Plus.

"Der spürbare konjunkturelle Aufwärstrend insbesondere in Europa in Kombination mit der ungebrochen hohen Nachfrage aus unseren Hauptkundensegmenten, allen voran der Automobilindustrie, führte  zum besten Halbjahresergenbis seit Ausbruch der Krise", begründet Konzernchef Wolfgang Eder die Rekordzahlen. Eder, der die Voest über die vergangenen Jahre vom Stahlkocher zum Hightech-Stahlverarbeiter und Technologieführer gleich in mehreren Sparten entwickelt hat, verweist auch auf die wesentlich gestiegenen Preise. Dazu wiederum hätten die Anti-Dumping-Maßnahmen der EU gegen die Billig-Importe aus China beigetragen. China überschwemmt seit Jahren die Welt mit billigem Massenstahl, was vor allem die europäischen Konzerne, die strengsten Umweltauflagen unterworfen sind, trifft. Die Voest, die nun 50.640 Mitarbeiter beschäftigt,  hat sich zwar vom Commodity-Stahl durch ihre Spezialisierung abgekoppelt, aber ganz konnten sich die Linzer dem Preisverfall auch nicht entziehen.

Spezialisierung greift

Die Fokussierung auf Spezialstähle und -Produkte ist laut Eder ein weiterer Erfolgsfaktor. Deshalb weist die Stahlsparte auch die höchsten Zuwächse im Jahresvergleich aus. Bei den Verarbeitunssparten schlägt die internationale Expansion positiv zu Buche. Da Großprojekte im Ausland, wie die Direktreduktionsanlage in Texas, abgeschlossen sind, lagen die Investitionen mit 338 Mio. Euro erstmals seit langem unter dem Abschreibungsniveau. "Wir holen Luft für den nächsten Technologieschub", sagt Eder mit Hinweis auf das moderste Edelstahlwerk, das in Kapfenberg geplant ist. Die Entscheidung für das 350 Mio. euro teure Projekt fiel im September.

Angesichts dieser positiven Entwicklung und der anhaltend  guten Aussichten in wichtigen Industriesektoren ist Eder auch für das Gesamtjahr zuversichtlich. Er stellt eine "deutliche positive Entwicklung von Umsatz uind Ergebnis" in Aussicht.

 

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