Demo am Samstag: Wiener Innenstadt-Händler vor weiterer Geduldsprobe

Eine Sperre von Ring und 2er-Linie am einkaufsstarken Samstag werde neuerlich eine massive Schädigung für den Handel bedeuten, befürchtet die Wiener Wirtschaftskammer.

GENERELLES RAUCHVERBOT: DEMONSTRATION DER GASTRONOMEN
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GENERELLES RAUCHVERBOT: DEMONSTRATION DER GASTRONOMEN
Archivbild einer Demonstration der Gastronomen gegen ein generelles Rauchverbot – APA/GEORG HOCHMUTH

Was läuft, wenn zwei Drittel der Einzelhändler ein Minus von 18 Prozent schlucken müssen? Unpassendes Wetter (im Sommer zu kalt, im Herbst zu warm)? Klamme Konsumenten? Nein. Es läuft wieder eine Ring-Demo. 2016 war der Ring an 37 Einkaufstagen zumindest teilweise und für einige Stunden für den Verkehr gesperrt, die Händler mussten Einbußen von 2,6 Prozent des Gesamtjahresumsatzes hinnehmen. Dass dabei so en passent laut KMU-Studie auch 120 Arbeitsplätze verloren gehen, dürfte die zuständigen Personen nicht sonderlich irritieren.

Denn das Treiben geht auch 2017 munter weiter. So komme es am kommenden Samstag, wenn der Ring und die 2er-Linie als wichtigste Zufahrtsstraßen zur Innenstadt und zur Mariahilferstraße wieder einmal gesperrt werden, neuerlich zu einer massiven Schädigung für die Handelsunternehmen, ärgert sich Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien in einer Aussendung. Den Geschäftsleuten werde ein wichtiger umsatzstarker Samstag entzogen und das kurz vor dem beginnenden Weihnachtsgeschäft.

WK und Handelsverband für fixe Demozonen

Trefelik stellt einen Vergleich mit den Konkurrenzzonen vor der südlichen Wiener Stadtgrenze her: „Was würde es für einen Aufschrei geben, wenn gleichzeitig die B17 und die Autobahnabfahrt zur SCS gesperrt werden würde. Die wichtigsten Verkehrsadern Wiens kann man aber getrost jeden Samstag sperren“.

Maximales Verkehrschaos und Einschränkung des Rechts auf Erwerbsfreiheit der Wirtschaftstreibenden dürfe nicht der Hauptgrund bei der Standortwahl einer Demonstration sein. Die Freiheit der Meinungsäußerung und die Erwerbsfreiheit dürfen einander nicht konkurrieren. Der Handels-Obmann fordert die Einrichtung von freiwilligen, definierten, fixen Demozonen, wie zum Beispiel beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz.

Auch der heimische Handelsverband hatte schon mehrmals seine Forderungen nach fixen Demonstrationszonen wie in Deutschland deponiert. Auch sollte die Anmeldefrist vor einer Demonstration von 24 auf 72 Stunden verlängert werden. Dies würde den Betrieben zumindest mehr Planbarkeit einräumen, so Rainer Will, Geschäftsführer des Verbandes.

Diesen Samstag wird ab 14 Uhr eine Demo unter dem Motto „Klima schützen – Leben retten“ abgehalten.

(red./herbas)

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