Haushalte leisten sich Hilfe um 2,07 Mrd. Euro

Rund 580.000 Menschen arbeiten gelegentlich als Haushaltshilfen und verdienten damit im Jahr 2009 rund 2,07 Milliarden Euro. 83 Prozent davon werden schwarz kassiert. Die Stundenlöhne stiegen 2009 deutlich.

THEMENBILD: FRUEHJAHRSPUTZ
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(c) APA (Guenter R. Artinger)

Echte Angestelle sind ein wahrer Luxus, den sich nur rund 3000 Haushalte in Österreich leisten. Denn durch Lohnnebenkosten schlägt sich ein Hausangestellter mit gut und gerne 50.000 Euro pro Jahr zu Buche.

Dennoch sind Hilfskräfte aus 60 Prozent der österreichischen Haushalte nicht mehr wegzudenken, wie eine aktuelle Studie von Kreuzer Fischer & Partner ergibt. Im Jahr 2009 sind die Ausgaben für private Haushaltshilfen um 1,7 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro gestiegen. Rund 83 Prozent davon fließen in die Schattenwirtschaft.

580.000 Haushaltshilfen

Damit verdienen sich rund 580.000 Beschäftigte ein Zubrot, denn in der Regel stellen Haushaltsdienste eine Nebenbeschäftigung dar. Rund 80.000 Beschäftigte hätten hingegen keine andere Verdienstmöglichkeit, da sie über keine Arbeitserlaubnis verfügen - entweder weil sie mit Touristenvisa, Asylantrag oder illegal im Lande sind oder weil die Sperrfrist im Zuge des Familiennachzugs noch nicht abgelaufen ist.

Hauptsächlich Gelegenheitshilfe

Doch die "wöchentliche Putzhilfe" ist nach wie vor die Ausnahme: In nur neun Prozent aller Haushalte wird zumindest einmal pro Woche "fremd geputzt", in weiteren 23 Prozent zumindest einmal pro Monat. In vielen Fällen werden externe Haushaltshilfen nur sporadisch zu bestimmten Anlässen engagiert - zum saisonalen Großputz, zur Gartenarbeit im Frühling und im Herbst oder ab und zu zur Kinderbetreuung. Insgesamt haben sich 2009 rund 1,9 Mio. Haushalte zumindest einmal beim Hausputz entgeltlich helfen lassen. Etwa 69.000 Haushalte beschäftigen jemanden zur Kinderbetreuung und 437.000 Haushalte lassen sich bei Gartenarbeit durch Externe unter die Arme greifen.

Stundenlöhne deutlich gestiegen

Die steigende Arbeitslosigkeit 2009 hat laut Studie direkt auf die Stundenleistung privater Haushaltshilfen durchgeschlagen. Die Arbeitsleistung sank um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr insgesamt 224 Mio. Arbeitsstunden. Offensichtlich wurde das eine oder andere wieder in Eigenregie durchgeführt. Steigende Stundenlöhne machten die schrumpfende Nachfrage aber mehr als wett: Der durchschnittliche Stundenlohn stieg um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,30 Euro, wobei die Bezahlung stark nach der Art der Beschäftigung schwankt:

  • Fürs Putzen gibt es im Durchschnitt 8,70 Euro
  • fürs Babysitten 10,90 Euro und
  • für Gartenarbeit 14,70 Euro

Dienstleistungscheck bleibt Flopp

Der 2006 vom damaligen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) eingeführte Dienstleistungsscheck bleibt laut Studie weiterhin ein Flop. Die Einkommen daraus stagnieren bei rund zwei Millionen Euro, der Marktanteil an den Ausgaben für "Häusliche Dienste" liegt bei 0,1 Prozent. Der Dienstleistungsscheck ist für geringfügig Beschäftigte konzipiert. Werden Haushaltsdienste aber als Nebenerwerb durchgeführt, unterliegt das Nebeneinkommen zur Gänze der Steuer- und Abgabenpflicht. Der Nettostundenlohn würde sich dann um bis zu 40 Prozent reduzieren. Es sind daher die Beschäftigten, die sich weigern, mit Dienstleistungsscheck bezahlt zu werden, so das Institut.

Übrigens: Den Luxus von zehn oder mehr echten Hausangestellten leisten sich in Österreich nur vier Haushalte.

Die Haushaltshilfen in Österreich im Überblick:

 

Haushalts- Kinder- Garten-
 
 -dienste  -betreuung  -pflege Gesamt
Haushalte 1.913.000 69000 437000 2.419.000
Beschäftigte 510000 50000 32000 592.000
Arbeitsstunden 199.390.000 5.756.000 18.475.000 223.621.000
Erlöse in Mio. € 1.735 63 272 2.070
Preis pro Std. in € 8,7 10,9 14,7 9,3

 

(APA/Red)

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