Analyse

Europas Firmen in der US-Steuerfalle

Die Steuerreform wird Trumps erster Gesetzeserfolg. Bei den Gewinnsteuern passen sich die USA dem Rest der Welt an. Aber die Entwürfe enthalten einen protektionistischen Fallstrick.

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(c) Bloomberg

Wien. Donald Trump braucht dringend einen Erfolg – und die geplante Steuerreform dürfte ihn dem US-Präsidenten liefern. Im Grundsatz ist sie vom Kongress bestätigt. Nun gilt es nur noch, die beiden Entwürfe von Repräsentantenhaus und Kongress zu akkordieren. Wie sich die Senkung der Einkommensteuer auswirkt (von der Bezieher hoher Einkommen deutlich stärker profitieren), ob das erhoffte stärkere Wachstum die Einkommensausfälle kompensiert oder sich der Schuldenstand weiter erhöht – darüber gehen die Prognosen weit auseinander, und fast alle sind ideologisch gefärbt. Bei den Gewinnsteuern für die Unternehmen aber liegen die Dinge auf den ersten Blick viel klarer. Sie zählten bisher zu den höchsten der Welt (35 Prozent plus drei bis fünf Prozent regional). Nun passen sie sich dem in Industriestaaten üblichen Niveau an (20 bis 22 Prozent plus regionale Sätze). So gesehen stimmt es nicht, dass Amerika von sich aus den „Steuerwettbewerb deutlich verschärft“, wie der deutsche Industrieverband BDI klagt – freilich mit dem Ziel, eine Reform im eigenen Land anzustoßen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2017)

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