US-Ermittler will von Deutscher Bank Auskunft über Trump-Umfeld

US-Sonderermittler Robert Mueller hat nach Informationen eines Insiders von der Deutschen Bank Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen zu Personen oder Unternehmen im näheren Umfeld von US-Präsident Donald Trump verlangt.

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AFP (DANIEL ROLAND)

Der Ex-FBI-Chef Robert Mueller untersucht als Sonderermittler die mögliche Einflussnahme Russlands auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016. US-Präsident Donald Trump, der vor seinem Wechsel in die Politik als Immobilienunternehmer aktiv war, hat seit Jahren Kredite bei der Deutschen Bank laufen. Bislang hatte das Geldhaus mit Verweis auf das Bankgeheimnis jede Auskunft verweigert.

Die Bank teilte mit, das Institut nehme seine juristischen Verpflichtungen ernst und werde in diesem Fall weiter mit den zuständigen Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten. Im Umfeld der Bank hieß es, dass diese Trumps Geschäfte mit Russland geprüft habe. Trumps Anwalt erklärte, es sei entgegen anders lautenden Medienberichten "kein Auskunftsersuchen den Präsidenten, Firmen des Präsidenten oder seine Familie betreffend gestellt worden". Das "Handelsblatt" hatte zuerst über das Auskunftsverlangen Muellers berichtet.

Der Insider sagte Reuters, die Aufforderung zur Auskunft über Geld- und Kredittransaktionen seien bereits vor einigen Wochen bei dem Institut eingegangen. Entsprechende Unterlagen seien inzwischen den Behörden weitergereicht worden. Die Deutsche Bank selbst steht nicht im Fadenkreuz der Ermittler, ist durch die Anordnung aber zur Auskunft verpflichtet. In der Vergangenheit hatten die Demokraten im US-Kongress wegen der angeblichen Verbindungen von Trump nach Russland wiederholt Auskunft über die Kredite der Deutschen Bank und anderer Institute an Trump verlangt.

Ein US-Offizieller mit Kenntnis der Untersuchung durch den Sonderermittler sagte Reuters, Mueller wolle herausfinden, ob die Deutsche Bank einige von Trumps Hypothekendarlehen und anderen Krediten eventuell an die russische staatliche Entwicklungsbank VEB oder andere russische Geldhäuser weiter verlauft hat, die inzwischen Gegenstand von Sanktionen der USA und der EU gegen Russland sind. Trumps Anwälte reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters zu den neuen Entwicklungen rund um Trumps Geschäftsbeziehung mit der Deutschen Bank. Trump selbst wollte bei einem Fototermin keine entsprechenden Fragen beantworten.

 

Schon lange im Visier

Deutschlands größtes Geldhaus war bereits während des US-Wahlkampfs in den Fokus geraten, weil sie mit Trump noch Geschäfte gemacht hatte, als er bei vielen großen US-Instituten als Unternehmer und Immobilienmogul längst in Ungnade gefallen war. Die meisten Wall-Street-Banken hatten ihre Geschäfte mit Trump gestoppt, nachdem er in den 1990er-Jahren mit einer Reihe von Projekten Schiffbruch erlitten hatte. Laut Unterlagen des Office for Government Ethics, die Mitte Juni veröffentlicht wurden, hatte Trump zur Jahresmitte nach eigenen Angaben mindestens 315,6 Millionen Dollar Schulden bei diversen Kreditinstituten, davon mindestens 130 Millionen Dollar bei der Deutsche Bank Trust Company Americas, der US-Tochter der Bank.

Dabei handelt es sich um einen noch bis 2023 laufenden ursprünglich 106 Millionen Dollar schweren Kredit für eine Golf-Anlage in Miami und die Finanzierung eines Hotels in Chicago, deren Restsumme nach Reuters vorliegenden Dokumenten noch 25 und 30 Millionen Dollar schwer ist. Die ursprüngliche Kreditsumme lag deutlich darüber. Hinzu kommt ein Kredit über 170 Millionen Dollar für das historische Old Post Office in der Nähe des Weißen Hauses in Washington, das in ein Luxushotel umgebaut wurde.

In internen Dokumenten der Deutschen Bank, die Reuters eingesehen hat, finden sich auch die Namen von Trumps ehemaligem Wahlkampfmanager Paul Manafort und dessen Frau. Die Deutsche Bank wollte nicht sagen, ob die Manaforts Kunden sind und ob das Institut auch eine Aufforderung von Sonderermittler Mueller bekommen hat, Details dieser Geschäftsbeziehung offen zu legen. Ein Sprecher Manaforts wollte sich nicht dazu äußern. Trumps Ex-Wahlhelfer steht unter dem Verdacht der Geldwäsche und der Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten. Im Oktober hatte Manafort sich selbst als unschuldig bezeichnet.

Die Deutsche Bank hat im Januar durch die Zahlung von umgerechnet rund 600 Millionen Euro einen Geldwäsche-Skandal in Russland beigelegt. Nach Einschätzung von Ermittlern haben russische Kunden über die Bank in Moskau und London Rubel-Schwarzgeld im Wert von rund zehn Milliarden Dollar gewaschen. Seit Jahresbeginn hat das Institut zwar mehrere Vergleiche in dem Fall geschlossen, eine Einigung mit dem US-Justizministerium steht allerdings noch aus. 

(Reuters/APA)

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