WU-Studie: Blankes Konto und kaum Finanzwissen bei Jugendlichen

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass viele Jugendliche nicht erkennen, wie vielfältig sie in das Wirtschaftsgeschehen involviert sind. Besonders die unter 30-jährigen laufen Gefahr sich zu verschulden.

Laut einer Studie erkennen Österreichs Schüler nicht, wie vielfältig sie in das Wirtschaftsgeschehen involviert sind.
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Laut einer Studie erkennen Österreichs Schüler nicht, wie vielfältig sie in das Wirtschaftsgeschehen involviert sind.
Laut einer Studie erkennen Österreichs Schüler nicht, wie vielfältig sie in das Wirtschaftsgeschehen involviert sind. – (c) imago/allOver-MEV (imago stock&people)

Der Umgang mit Geld will gelernt sein. Für Jugendliche und Eltern ist es oft eine Herausforderung, einen passenden finanziellen Rahmen zu finden. Laut aktuellen Daten des Finanzministeriums ist jede vierte zahlungsunfähige Person in Österreich erst 30 Jahre oder jünger, viele davon starten ihren Werdegang schon vor dem 18. Lebensjahr mit Geldproblemen und verschulden sich etwa für Handy, Wohnung oder Shopping. Die durchschnittliche Verschuldung liegt bei rund 28.000 Euro - Zahlen, die aufhorchen lassen.

Ein Mitgrund für diese Situation sei das mangelnde Fachwissen der jungen Menschen in punkto Geldangelegenheiten, beschreibt die Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik Bettina Fuhrmann. Sie hat sich mit Unterstützung des österreichischen Sparkassenverbandes dieses Thema in Form einer Studie genauer angesehen. "Der Wirtschaftsunterricht in den Schulen hat oft zu wenig mit der Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen zu tun", nennt Fuhrmann einen der Gründe, und pocht damit auf eine Forderung, die schon seit Jahren in der Bildungspolitik debattiert wird.

Mangelndes Finanzwissen bei Schülern

Der Studie zufolge versteht nur rund die Hälfte der 13- bis 14-jährigen Schüler, dass Girokonten einen bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen und die Grundlage für Überweisungen und Kartenzahlungen bilden. 42,9 Prozent der befragten Schüler nahmen fälschlicher Weise an, dass ein Girokonto nur bei regelmäßigen Zahlungseingängen eröffnet werden kann. Ein Anteil von 33 Prozent konnte die Kontoverbindung des Empfängers auf einem Zahlschein korrekt wiedergeben. Einzig über die Funktion der Bankomatkarte wussten über 80 Prozent Bescheid. Besorgniserregend sei dabei die Tatsache, dass Schüler nicht erkennen, "wie vielfältig sie in das Wirtschaftsgeschehen involviert sind", sagt Furhmann.

Für den Sparkassenverband sind diese Zahlen alarmierend, es sein besonders wichtig bei Jugendlichen die finanzielle Selbstverantwortung und das Risikobewusstsein zu stärken, so der Präsident Gerhard Fabisch. Er betonte in diesem Zusammenhang ebenfalls, einen gesunden Umgang mit Geld bereits im Schulunterricht zu verankern. "50 Jahre nach der Einführung des Kombinationsfaches "Geografie und Wirtschaftskunde", kann man etwa über ein eigenes Fach "Wirtschafts- und Finanzkunde" nachdenken", ist Fabisch ebenso wie Fuhrmann überzeugt.

(Jupo)

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