197 Österreicher zahlen Spitzensteuersatz von 55 Prozent

Mit der letzten Steuerreform wurde der Steuersatz für Einkommen über einer Million Euro hinaufgeschraubt. Insgesamt ging das Lohnsteueraufkommen deutlich zurück, am meisten profitierten kleine und mittlere Einkommen.

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Lohnsteueraufkommen ging 2016 zurück. – BARBARA GINDL

Die Steuerreform 2015/2016 hat für die 6,9 Millionen Lohnsteuerpflichtigen in Österreich eine Entlastung von durchschnittlich 640 Euro pro Person gebracht. Der auf 55 Prozent erhöhte Spitzensteuersatz traf nicht ein mal 200 Personen. Das Lohnsteueraufkommen ging aufgrund der Reform um 10,8 Prozent gegenüber 2015 zurück. Das geht aus einer am Mittwoch präsentierten Auswertung der Statistik Austria hervor.

Im Jahr 2016 gab es 6,86 Millionen lohnsteuerpflichtige Einkommensbezieher, 4,446 Millionen davon waren unselbstständig Erwerbstätige, 2,413 Millionen Pensionisten. Sie alle bezogen Bruttobezüge in Höhe von 188,6 Mrd. Euro und zahlten 25,2 Mrd. Euro davon Lohnsteuer. Diese Steuern wurden allerdings nur von 4,4 Millionen der Lohnsteuerpflichtigen gezahlt. Die anderen 2,4 Millionen (35,2 Prozent) zahlten keine Lohnsteuer, weil ihr Einkommen zu niedrig war.

Knapp 4,4 Milliarden Euro Entlastung

Die Lohnsteuerentlastung im Zuge der Reform betrug 4,38 Mrd. Euro. Das entspricht einer durchschnittlichen Steuerentlastung von 638 Euro pro Person. Betrachtet man die Lohnsteuerentlastung nach Steuertarifstufen, zeigt sich Folgendes: Der weitaus größte Anteil der Steuerentlastung, nämlich 77,7 Prozent (3,401 Mrd. Euro) entfiel auf die Personen mit einer Bemessungsgrundlage zwischen 18.000 und 60.000 Euro, also auf die kleinen und mittleren Einkommen. Es handelte sich dabei um 2,9 Millionen Personen bzw. 42,3 Prozent aller Lohnsteuerpflichtigen.

Auf die darunter liegenden Stufe mit einer Bemessungsgrundlage zwischen 11.000 und 18.000 Euro entfiel ein Anteil von 12,1 Prozent (532 Millionen Euro) der Steuerentlastung.

Sieben Millionen Euro Mehrbelastung für höchste Einkommensbezieher

In der Stufe der Bemessungsgrundlage von 60.000 bis 90.000 Euro sowie darüber bis einer Millionen Euro fiel die Steuerentlastung mit einem Anteil von 6,7 Prozent (294 Millionen Euro) bzw. 3,7 Prozent (160 Millionen Euro) schon deutlich geringer aus.

Ab einer Bemessungsgrundlage von einer Millionen Euro kam es durch die Steuerreform zu einer Steuererhöhung. Der Grenzsteuersatz wurde von 50 auf 55 Prozent angehoben. Die daraus resultierende Steuermehrbelastung betrug nur sieben Millionen Euro und traf lediglich 197 Personen.

(APA)

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