Venezuelas neue Digitalwährung soll so viel kosten wie ein Barrel Öl

Venezuela gewährleistet die Sicherheit der neuen Kryptowährung Petro mit fünf Milliarden Barrel Öl.

Weil die eigene Währung nichts wert ist, hat Venezuela eine Kryptowährung eingeführt
Weil die eigene Währung nichts wert ist, hat Venezuela eine Kryptowährung eingeführt
Weil die eigene Währung nichts wert ist, hat Venezuela eine Kryptowährung eingeführt – AFP (FEDERICO PARRA)

Die venezolanische Regierung will die neue Kryptowährung Petro mit den riesigen Erdölreserven des südamerikanischen Landes absichern. Präsident Nicolas Maduro unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret, das zu Beginn fünf Milliarden Barrel Öl (je 159 Liter) als Sicherheit für den Petro ausweist.

Der Wert von Venezuelas neuer Digitalwährung soll dem eines Barrels Öl entsprechen. "Für jeden Petro ein Barrel Öl, das ist der Wert", kündigte Maduro an. In der vergangenen Woche lag der Preis für venezolanisches Öl nach Angaben des Ölministeriums bei 56,57 Dollar (47,56 Euro). Im gesamten Jahr lag er demnach im Schnitt bei 46,45 Dollar. Im Vorjahr war ein Barrel Öl durchschnittlich nur 35,15 Dollar wert. Maduro äußerte sich weiterhin nicht dazu, wann die Digitalwährung in Umlauf kommen oder wie das virtuelle Geld ausgegeben werden soll. Mit der neuen Währung "Petro" will der linksnationalistische Präsident seinem hochverschuldeten Land neuen finanziellen Spielraum verschaffen, wie er Anfang des Monats angekündigt hatte.

Insgesamt verfügt das erdölreichste Land der Welt nach eigenen Angaben über Reserven von 267 Milliarden Barrel. Künftig sollen auch Gold- und Diamantenvorkommen als Sicherheit für die Kryptowährung zertifiziert werden.

150 Milliarden Dollar Auslandsschulden

Mit der Absicherung durch Bodenschätze ist der venezolanische Petro nach Einschätzung des Ökonoms Luis Oliveros eigentlich gar keine klassische Kryptowährung, sondern vielmehr eine einfache Schuldverschreibung, die durch die Erdölreserven abgesichert ist.

Die Auslandsschulden Venezuelas belaufen sich Schätzungen zufolge auf 150 Mrd. Dollar. Mehrere Ratingagenturen stuften Venezuela sowie den staatlichen Ölkonzern PDVSA bereits als teilweise zahlungsunfähig ein.

Der Bolívar, die Nationalwährung des Landes, verlor zuletzt massiv an Wert: Im vergangenen Jahr stürzte er auf dem Schwarzmarkt um 95 Prozent gegenüber dem US-Dollar ab. Im kommenden Jahr dürfte die Inflation auf 2.300 Prozent ansteigen.

(APA/dpa)

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