Notenbankchef Nowotny fordert Bitcoin-Mehrwertsteuer

Nationalbank-Chef Ewald Nowotny will Bitcoin besteuern - und widerspricht damit dem Europäischen Gerichtshof. Der Preis der Kryptowährung steigt indessen, nachdem der Investor Peter Thiel sich eingedeckt hat.

Symbolbild: Bitcoin
Symbolbild: Bitcoin
Symbolbild: Bitcoin – REUTERS

Der österreichische Notenbank-Gouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny fordert eine Regulierung und eine Mehrwertsteuer auf die Kryptowährung Bitcoin.

"Es kann doch nicht sein, dass wir gerade beschlossen haben, den 500-Euro-Schein nicht mehr zu drucken, um Geldwäsche zu bekämpfen und jedem noch so kleinen Sparverein strenge Regeln aufbrummen, um dann zuzusehen, wie weltweit munter mit Bitcoin Geld gewaschen wird", sagte Nowotny, der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. Es bestehe Handlungsbedarf.

Man müsse durchsetzen, was bei anderen Finanzgeschäften auch die Grundregel sei: "Alle Beteiligten an einem Geschäft müssen ihre Identität offenlegen. Damit würde Bitcoin zusammenbrechen", sagte Nowotny. "Wir brauchen eine Mehrwertsteuer auf Bitcoin, weil es keine Währung ist."

Damit widerspricht Nowotny direkt dem Europäischen Gerichtshof, der bereits im Jahr 2015 entschieden hat, dass Bitcoin eben doch wie eine Währung zu behandeln sei und deswegen keine Mehrwertsteuer anfalle. Hintergrund war eine Anfrage aus Schweden. Auch müssen Käufer von Kryptopwährungen bei den verschiedenen Börsen schon jetzt ihre Identität offenlegen.

Am Dienstag Abend stieg der Preis für eine Einheit der Kryptowährung relativ rasch an und kratzte zuletzt an der 15.000 Dollar Marke. Die Aussage Nowotnys hatte damit freilich nichts zu tun. Vielmehr wurde bekannt, dass der Investor und PayPal-Mitbegründer Peter Thiel sich über seinen Fonds mit Bitcoin im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar eingedeckt hat. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Thiel gilt im US-Technologiesektor als Legende. 

Bis Mitte Dezember 2017 war der Bitcoin-Kurs von 1.000 Dollar zu Jahresbeginn auf einen Rekordstand von fast 20.000 Dollar gestiegen. Ein Grund war die Einführung von Terminkontrakten durch zwei große US-Börsen und damit der Vorstoß ins klassische Finanzsystem. Danach rutschte der Kurs jedoch in Richtung 11.000 Dollar ab.

>>> Nowotny in der "Süddeutschen Zeitung"

(APA/dpa)

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