Preise für Eigentumswohnungen dürften heuer um 5,6 Prozent steigen

Der Immobilienboom soll auch heuer anhalten. Dies zeigt eine Umfrage unter Immobilienexperten. In ganz Österreich dürften sich die Preise für Eigentumswohnungen in Toplagen um 5,6 Prozent erhöhen. In Wien dürfte das Plus höher ausfallen. Auch die Mieten sollen steigen.

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Symbolbild. – (c) www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Wien. Solange die Europäische Zentralbank die Zinsen nicht anheben wird, stürzen sich Anleger weiterhin auf Betongold. Die Immobilienbranche dürfte daher auch heuer überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten verzeichnen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Prognose des Immobilienmaklers Re/Max zeigt.

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Dazu wurden 560 Immobilienexperten über ihre Erwartungen befragt. Demnach dürften sich österreichweit die Preise für Eigentumswohnungen in Toplagen um durchschnittlich 5,6 Prozent erhöhen. Bei Mieten werden Preissteigerungen von 3,7 Prozent prognostiziert.

 

Starke Nachfrage in Wien

Anders sieht die Situation in Wien aus. Dort soll es bei Eigentumswohnungen in Toplagen einen Preisschub von 6,7 Prozent und bei neu vermietbaren Mietwohnungen mit freier Mietzinsbildung ein Plus von 5,7 Prozent geben. „Damit bliebt die Dynamik bei den Eigentumswohnungen unvermindert hoch und jene bei den Topmieten zieht nach“, heißt es.

Auch am Wiener Stadtrand sollen die Eigentumswohnungen heuer um 3,4 Prozent zulegen. Bei frei zu vereinbarenden Mieten wird am Stadtrand ein Plus von 1,7 Prozent erwartet. Weil Baugrundstücke in Wien rar sind, können sich die Verkäufer hier über einen prognostizierten Preisanstieg von 7,5 Prozent freuen. Für Maisonetten, Lofts und Penthouses erwarten die Experten in Wien einen Wertgewinn von 2,3 Prozent.

Angesichts der massiven Preissteigerungen seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise stellt sich die Frage, ob Eigentumswohnungen überhaupt noch leistbar sind. Dazu sagt Re/Max-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer, dass ein Viertel aller Wohnungen, die im Vorjahr in Österreich verkauft wurden, weniger als 120.000 Euro gekostet habe. In Wien waren es 140.000 Euro. Wer glaubt, dass dies zu niedrig ist, sollte bedenken, dass es sich hier um die offiziellen Angaben im Grundbuch handelt.

Dem Vernehmen nach kommt es vor, dass sich Käufer und Verkäufer darauf einigen, einen Teil des Preises „schwarz“ zu begleichen, um weniger Steuern und Abgaben zahlen zu müssen. Dieser Teilbetrag scheint klarerweise nicht im Grundbuch auf.

Besonders junge Menschen, Arbeitslose und Wenigverdiener tun sich schwer, eine leistbare Wohnungen zu finden. Diese Situation wird sich heuer weiter verschärfen. Laut Re/Max-Umfrage dürfte die Nachfrage nach Wohnungen im unteren Preissegment (Monatsmiete inklusive Betriebskosten unter 600 Euro) heuer österreichweit um 7,8 Prozent steigen. Doch hier erhöht sich das Angebot nur um 0,3 Prozent.

Völlig anders sieht die Lage bei Wohnungen im oberen Preissegment (Monatsmiete über 1200 Euro) aus. Hier wird die Nachfrage heuer um 1,3 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig dürfte sich das Angebot um 1,3 Prozent erhöhen.

Die Immobilienwirtschaft begrüßt die Pläne der neuen Regierung, die soziale Treffsicherheit zu erhöhen. Dazu sollen Besserverdiener im Gemeindebau und in Genossenschaftswohnungen höhere Mieten zahlen.

Die Details dazu müssen laut ÖVP und FPÖ noch ausverhandelt werden. Das Vorhaben funktioniere laut Experten wohl nur, wenn regelmäßig die Einkommen aller Bewohner von Gemeindebau- und Genossenschaftswohnungen überprüft werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2018)

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