Bundesbank: Krypto-Spekulationen gefährden Finanzmärkte

Langfristig "können derartige Blasen die Finanzstabilität durchaus gefährden", meint Bundesbank-Vorstand Dombret. US.Investor Soros warnt: "Bitcoin ist keine Währung."

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Bitcoin – APA/AFP/JACK GUEZ

Das Spekulationsfieber um Bitcoin und andere Krypto-Währungen könnte nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank mittelfristig die Stabilität der Finanzmärkte gefährden. Kurzfristig sei er zwar nicht beunruhigt, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret dem Magazin "Focus". "Auf mittlere und längere Sicht können derartige Blasen die Finanzstabilität durchaus gefährden", fügte er hinzu. Dies gelte zumal dann, "wenn am Finanzmarkt Derivate auf Kryptowährungen eine immer größere Rolle spielen sollten." Diese wirkten wie Hebel, die die heftigen Auf- und Abwärtsbewegungen noch exponentiell steigern könnten.

Dombret erwartet, dass die Bedeutung elektronischer Zahlungssysteme in Zukunft deutlich wachsen wird. "Die sehr spekulative Situation darf nicht den Blick darauf verstellen, dass wir es in Zukunft sehr viel mehr mit digitalen Produkten im Zahlungsverkehr zu tun haben werden."

Soros warnt vor Blase: "Bitcoin ist keine Währung"

Auch der US-Investor George Soros übte in der Nacht auf Freitag Kritik an Bitcoin. "Das ist eine typische Blase", sagte der 87-Jährige am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Der Bitcoin ist keine Währung", fuhr er fort. "Es ist Spekulation."

Für eine Währung fehle die Stabilität, erklärte der legendäre Finanzspekulant. "Eine Währung, die 25 Prozent am Tage schwankt, kann nicht genutzt werden, um etwa Löhne zu zahlen." Es handle sich um ein "Missverständnis wie die Tulpenmanie", griff er einen viel benutzten Vergleich auf: Im 17. Jahrhundert war eine Blumen-Liebhaberei reicher Niederländer in einen irrationalen Kaufrausch umgeschlagen - bis die Blase platzte und die Preise ins Bodenlose fielen.

Soros erwartet nach eigenen Worten aber keinen solchen Einbruch. Stattdessen rechnet er damit, dass der Bitcoin langsam an Wert verliert. Seine Begründung: Diktatoren nutzten den Bitcoin, um Gelder zu verschieben. Die zugrunde liegende Blockchain-Technologie sei aber innovativ und könne auch zum Guten benutzt werden.

(APA/Reuters/dpa/Red.)

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