Wo ganze Dörfer verschwinden

Deutschland ist Weltmeister im Fördern von Braunkohle. Und das sieht man auch. Es gibt hier Geisterdörfer und Retorten-Örtchen, Waldbesetzer und Umgesiedelte. Wie fühlt sich das Leben hier an? Ein Besuch.

Symbolbild.
Symbolbild.
Symbolbild. – (c) REUTERS (Wolfgang Rattay)

100 Cops kommen“, sagt der Mann in Stiefeln und Camouflageuniform in sein Funkgerät. „Nein, nein, das sind vielleicht 30“, meint sein Komplize. Beide haben ihre Gesichter vermummt. Sie sind jetzt Späher. Mit ihren Funksprüchen halten sie die Baumhaus-Bewohner auf dem Laufenden, also die Aktivisten, die vor Jahren in den Wald gezogen sind, um dessen Rodung zu verhindern. Und heute sind wieder „Cops“ da. Hundertschaften an Polizisten durchkämmen den Hambacher Forst. Sie haben den Auftrag, die hölzernen Barrikaden zu räumen. Denn im Ernstfall versperren sie Rettungsfahrzeugen den Weg. „Ach was. Die wollen uns zu Straftaten provozieren“, sagt einer der Waldbesetzer und nimmt einen Schluck Bier. Es ist 10 Uhr vormittags.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2018)

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