Erste Group will mit Onlinebanking in neue Auslandsmärkte

Erste Group-Chef Andreas Treichl hat gute Nachrichten für seine Anleger: Die Dividende für 2017 wird gleich um ein Fünftel aufgestockt. Das Institut will mit dem Onlinebanking expandieren.

Erste Group-Chef Andreas Treichl: Unser Geschäftsmodell funktioniert
Erste Group-Chef Andreas Treichl: Unser Geschäftsmodell funktioniert
Erste Group-Chef Andreas Treichl: Unser Geschäftsmodell funktioniert – APA/ROBERT JAEGEr

Das Geschäftsjahr 2017 endete für die börsenotierte Erste Group mit einem Rekordgewinn: Das Ergebnis nach Minderheiten konnte um 4,1 Prozent auf 1,316 Milliarden Euro gesteigert werden. "Unsere Aktionäre sollen vom guten Ergebnis profitieren, vor allem auch, weil wir für 2018 einen ähnlich positiven Trend sehen. Wir werden der Hauptsammlung daher eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vorschlagen, 20 Prozent mehr als im Vorjahr", sagte Bank-Chef Andreas Treichl am Mittwoch. 

Besonders profitiert hat die Bank vom besseren Konjunkturumfeld in ihren Märkten. Das hat die Risikolage verbessert. Mit einem Anteil von nur noch vier Prozent (zuletzt 4,9 Prozent) an faulen Krediten am Gesamtkreditvolumen habe die Bank ein Niveau erreicht, das seit Beginn der Finanzkrise nicht gesehen wurde. Auch früher gebildete Wertberichtigungen auf notleidende Kredite konnten aufgelöst werden.

Beim Betriebsergebnis gab es einen Rückgang von 2,66 auf 2,51 Milliaden Euro. Für 2018 stellte der Vorstand aber wieder einen Anstieg beim Betriebsergebnis in Aussicht.

Digitale "Expansion"angedacht

Mit ihrer digitalen Online-Banking-Plattform "George" will die Erste Group Bank nicht nur in all ihren Ostmärkten vertreten sein. Konzernchef Treichl sagte, dass man damit unter Umständen auch in ganz neue Länder vorstoßen könnte, in denen die Erste als Bank nicht vertreten ist.

Zukäufe von Banken in der Region schloss Treichl heute jedenfalls als eher unwahrscheinlich aus. "Unser Interesse, Filialen zu erwerben, ist äußerst überschaubar", sagte er bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch.

"Bald" wird die Erste den Zugang zur Plattform George auch Fremdkunden und -banken anbieten, auch in Österreich. Demnach können Kunden über diese digitale Plattform dann Zahlungen von all ihren Konten - auch von anderen Banken - abwickeln.

Agrokor-Abschreibungen schmerzen 

Im Jahr 2017 stach bei den Ostländern Kroatien negativ hervor: Dort ist die Erste Kreditgläubigerin von Agrokor. Da fielen hohe Wertberichtigungen an. In der schriftlichen vorläufigen Ergebnisvorlage für 2017 nannte die Erste Group Mittwochfrüh keine Firmenkundennamen. Der schwer angeschlagene kroatische Lebensmittelkonzern Agrokor vereinigte aber schon zum Halbjahr praktisch die gesamten Risikovorsorgen in der Kroatien-Division auf sich. Im Jahr 2017 wurden in Kroatien netto 116 Mio. Euro für faule Kredite zur Seite gelegt. Damit blieb unterm Strich aus diesem Land ein Gewinn von 37,7 Mio. Euro, nicht einmal halb so viel wie 2016.

In Tschechien, bei der großen Sparkassentochter Ceska Sporitelna, gab es 2017 weiter hohe Gewinne. Mit 533 Mio. Euro lag der Nettogewinn um 1,7 Prozent unter Vorjahr. Die Slowakei-Tochter Slovenska Sporitelna schlug sich in der Erste-Segmentsbilanz mit einem Gewinnrückgang um 22 Prozent auf 166 Mio. Euro nieder.

In Rumänien ging es beim Betriebsgewinn zwar bergauf, unterm Strich ging der Nettogewinn aber um 39,5 Prozent auf 121 Mio. Euro zurück. Im Jahr davor waren in Rumänien besonders viele Kreditvorsorgen aufgelöst worden. Das hat sich 2017 nicht wiederholt. Trotzdem blieben die Risikokosten dort niedrig. Um 23,4 Prozent mehr Gewinn verbuchte die Erste aus Ungarn, hier stehen in der Erste Bilanz 2017 unterm Strich 165 Mio. Euro Gewinn.

 

 

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