Tschechien will bei Euro-Beitritt nicht für Griechenland haften

Die Regierung will nicht "für Entscheidungen haften müssen, an denen weder tschechische Bürger noch tschechische Politiker beteiligt waren".

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Prag will nicht für die griechischen Rettungskredite haften. – APA/AFP/MICHAL CIZEK

Tschechien will für seine geplante Aufnahme in die Eurozone eine Sonderregelung aushandeln. Dadurch soll Prag nicht für die Rettungs-Kredite an Griechenland haften müssen, berichtete die tschechische Wirtschaftstageszeitung "Hospodarske noviny" (Montag-Ausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise.

"Es ist für uns schwer, eine Debatte über den Euro-Beitritt in einem Moment zu führen, wo wir automatisch nach dem Beitritt für die Entscheidungen haften müssen, an denen weder tschechische Bürger noch tschechische Politiker beteiligt waren", sagte der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Ales Chmelar. Er bestätigte dem Blatt, dass die Regierung um eine derartige Vereinbarung mit der EU bemüht sei.

Der Premier Andrej Babis sagte dem Blatt, Tschechien könne "nicht ernst an die Euro-Einführung denken, solange nicht geklärt ist, wie die Eurozone sich mit ihren Verpflichtungen aus der Vergangenheit auseinandersetzen will und wie sie die Reform realisieren wird, über die sie oft redet".

Tschechien hat bisher keinen Termin für die Euro-Einführung festgelegt, obwohl es die Wirtschaftskriterien dafür im Prinzip einhält. Der Grund ist vor allem der Unwillen für die Schulden Griechenlands zu haften.

(APA)

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