EU und Mexiko einigen sich auf neues Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Mexiko haben sich angesichts zunehmender protektionistischer Töne von US-Präsident Donald Trump im Grundsatz auf ein neues Freihandelsabkommen geeinigt.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström
EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström
EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström – (c) AFP (JOHN THYS)

 "Die Europäische Union und Mexiko stehen für einen Handel, der offen und fair ist und auf Regeln basiert", teilten EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo am Samstag mit.

Praktisch der gesamte Handel werde in Zukunft zollfrei sein, erklärte die EU-Kommission. Dazu gehörten etwa Hühner aus Mexiko und umgekehrt Milchprodukte aus Europa. Die Einzelheiten sollen in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden, der endgültige Text soll bis Ende des Jahres stehen.

Guajardo kündigte an, sein Land werde besseren Zugang zum europäischen Markt etwa für Orangensaft, Honig und Thunfisch erhalten. Die Kommission verwies ihrerseits darauf, dass mexikanische Zölle von bis zu 20 Prozent auf gewisse Käsesorten entfallen. Auch die Schweinefleisch-Exporte dürften zunehmen. Zudem wird der Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtert. Einige Streitpunkte blieben jedoch bestehen. So wurde offenbar zunächst keine Lösung gefunden für die Frage der Herkunftsbezeichnung für Manchego-Käse - in Spanien aus Schafsmilch gewonnen, in Mexiko aus Kuhmilch.

"Mit diesem Abkommen schließt sich Mexiko Kanada, Japan und Singapur an auf der wachsenden Liste von Partnern, die bereit sind, zusammen mit der EU den offenen, fairen und auf Regeln beruhenden Handel zu verteidigen", erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Nach dem Regierungswechsel in den USA bemüht sich die EU um Handelsverträge mit gleichgesinnten Staaten. Im vergangenen Jahr wurde ein Abkommen mit Japan geschlossen. In der neuen Woche will die EU Gespräche mit dem Mercosur-Block - Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay - aufnehmen. Mexiko wiederum versucht, seine Abhängigkeit im Handel mit den USA zu verringern, in die derzeit 80 Prozent seiner Exporte gehen.

Mexiko und die EU waren 2015 übereingekommen, ihre zuletzt vor 21 Jahren festgeschriebenen Handelsbeziehungen zu modernisieren. Das damalige Abkommen bezog sich hauptsächlich auf Industriegüter. Die EU ist Mexikos drittwichtigster Handelspartner nach den USA und China. Der gegenseitige Warenaustausch hat sich von 2000 bis 2015 auf 53 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

(Reuters)

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