Analyse

Warum versetzt Italien die Märkte nicht in Panik?

Der Worst Case ist (fast) da: In einem großen, hoch verschuldeten Euro-Staat ergreifen Populisten die Macht und werfen jede Budgetdisziplin über Bord. Aber die EZB deckt alle Sünden zu. Das böse Erwachen droht später.

(c) REUTERS (Alessandro Bianchi)

Wien. Was in Italien unmittelbar bevorsteht, hätte vor wenigen Jahren wohl das Ende des Euro bedeutet: Eines der größten Mitgliedsländer der Währungsunion, mit einem extrem hohen Schuldenstand von über 130 Prozent der Wirtschaftsleistung, gerät unter die Kontrolle von rechten und linken Populisten. Sie legen ihre immens teuren Wahlversprechen zusammen und pfeifen auf alle Zusagen und Anstrengungen, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen. Eine Regierung aus Lega Nord und Fünf Sterne galt bis zuletzt als ein sehr unwahrscheinliches Worst Case-Szenario, das eine neue Eurokrise entfachen könnte. Aber höchst seltsam: Die Akteure auf den Finanzmärkten zucken mit den Schultern. Renditen und Risikoaufschläge steigen zwar leicht, aber alles bleibt im Rahmen des Gewohnten. Die Börse in Mailand hat seit Jänner sogar um zwölf Prozent zugelegt, das beste Ergebnis aller Handelsplätze in Europa.

Das ist drin:

  • 2 Minuten
  • 355 Wörter
  • 1 Bild

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen