Warum werden Frankreichs Milliardäre schneller reich als alle anderen?

In den ersten fünf Monaten des Jahres zogen die französischen Milliardäre an allen anderen vorbei. Vor allem ein zweites Land der Welt half ihnen dabei. Ein Franzose hat allerdings mächtig verloren. Und das obwohl er die Rechte auf einen Weltschlager hat.

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LVMH-CEO Bernard Arnault – APA/AFP/ERIC PIERMONT

Ausgerechnet Frankreich. Nicht unbedingt ein Aushängeschild des Kapitalismus, stattdessen eines mit stark sozialistischer Tradition. Und genau dort fand heuer bisher der schnellste Vermögenszuwachs statt. Jedenfalls was die 13 reichsten Personen des Landes betrifft. Diese haben – so die Daten von Bloomberg – in den ersten fünf Monaten des Jahres ihr Vermögen auf 27,6 Milliarden Dollar gesteigert. Das ist um ganze zwölf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Da können Amerikaner, Japaner oder Chinesen in der Nationenwertung nicht mithalten, obwohl auch diese reicher und nicht ärmer wurden.

Den größten Beitrag dazu leistete Bernard Arnault, viertreichster Mann der Welt, dessen Vermögen seit Jahresbeginn um  14,9 Mrd. Dollar auf nunmehr 78,2 Mrd. Dollar anwuchs. Sein 81-jähriger Landsmann Francois Pinault steht ihm nur wenig nach und hat seinen Besitz um 10,1 Mrd. Dollar auf 36,4 Mrd. Dollar ausgeweitet.

Beide Personen sind im Luxussektor tätigt. Arnault besitzt die Gruppe LVMH, zu der Marken wie Louis Vuitton, Moet, Hennessy, Dior, Givenchy, Kenzo, Bulgari und Hublot gehören. Pinault wieder leitet den Konzern Kering mit den Marken Gucci, Yves Saint Laurent, Brioni und Puma. Bei Letzterem hat er kürzlich die Anteile radikal reduziert. 

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Starke Nachfrage aus China

Dass die beiden mit ihren Firmen derart reüssierten, liegt vor allem an der extrem starken Nachfrage nach den entsprechenden Waren von chinesischen Konsumenten. Zugute kommt ihnen auch die rasante Entwicklung des E-Commerce. Bei Pinault spielt zudem eine Rolle, dass sein Konzern das Auktionshaus Christie´s in London besitzt.

Immerhin um 2,8 Milliarden Dollar reicher wurden heuer Alain und Gerard Wertheimer, die Chanel ihr eigen nennen. Die mit 48,1 Mrd. Dollar reichste Französin Francoise Bettencourt Meyers wiederum ist heuer um 3,67 Mrd. Dollar gewachsen. Die 64-Jährige hält 33 Prozent an L´Oreal. 

Gewiss, auch außerhalb von Luxus und Kosmetik haben Franzosen Geld gemacht. Vor allem Serge Dassault, der 93-jährige Chef des Militärflugzeugbauers Dassault. Sein Vermögen wuchs in den ersten fünf Monaten um  4,89 Mrd. Dollar auf 27 Mrd. Dollar.

Nicht alle haben gewonnen. Ein Berühmter hat 2,6 Mrd. Dollar verloren: Xavier Niel. Der 50-jährige Telekommunikationshai ist mit Online-Angeboten sexuellen Inhalts großgeworden. Heute ist er Mitbesitzer der Zeitung Le Monde. Und er hält die Rechte am Schlager „My Way“ von Frank Sinatra.

(red./est)

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