EU beschließt Strafzölle gegen US-Produkte

Die Zölle im Volumen von 2,8 Mrd. Euro sind die Vergeltung für US-Tarife auf Stahl und Aluminium.

Auch auf amerikanische Motorräder werden Vergeltungszölle fällig.
Auch auf amerikanische Motorräder werden Vergeltungszölle fällig.
Auch auf amerikanische Motorräder werden Vergeltungszölle fällig. – APA/AFP/GETTY IMAGES/SCOTT OLSON

Brüssel. Die EU-Staaten bringen die 2,8 Mrd. Euro schweren Vergeltungszölle gegen die USA auf den Weg. Vertreter der EU-Staaten hätten die von der Kommission aufgesetzte Liste von Zöllen auf US-Produkte einstimmig angenommen, sagten drei EU-Vertreter am Donnerstag in Brüssel.

Die Vergeltungszölle werden voraussichtlich ab Anfang Juli auf US-Waren wie Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder fällig. Sie sind die Antwort der EU auf die Anfang des Monats verhängten US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa.

Peking warnt Washington

Die europäischen Gegenmaßnahmen erfolgten damit nur einen Tag bevor sich auch der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter zuspitzen dürfte. So wird erwartet, dass die USA heute, Freitag, neue Strafzölle bekannt geben. Peking hat daher bereits am Donnerstag seine Warnung an Washington erneuert. Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden nicht zustande kommen, wenn die USA Strafzölle verhängten, sagte Geng Shuang, Sprecher des Pekinger Außenministeriums.

Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Gespräche geführt hatten, kündigte das Weiße Haus Ende Mai überraschend an, heute, Freitag, doch eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Mrd. Dollar (rund 43 Mrd. Euro) vorlegen zu wollen, auf die Zölle von 25 Prozent erhoben werden sollen. China hatte diesen Schritt scharf kritisiert: Man habe „keine Angst davor, einen Handelskrieg zu führen“, hieß es. Schon zuvor hatte Peking angekündigt, auf Zölle der USA mit Strafen im gleichen Umfang reagieren zu wollen. (ag.)


[OJLPB]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2018)

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