Steuerexperte Doralt kritisiert Stiftungen

Laut Doralt stellt die derzeitige Besteurung von Stiftungen eine Umverteilung von unten nach oben dar. Meldungen, wonach Stiftungen in Österreich Arbeitsplätze sichern, seien "blanker Unsinn".

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Doralt – (c) APA (HARALD SCHNEIDER)

Nach Ansicht des Steuerexperten Werner Doralt stellt die derzeit bestehende Stiftungsbesteuerung in Österreich eine Umverteilung von unten nach oben dar. Mit dem Stiftungswesen gebe es "eine Umdrehung der progressiven Steuerlast", so Doralt, der für eine Erhöhung der Stiftungssteuern eintritt: "Normalerweise sollte jemand umso mehr Steuern zahlen, je mehr er verdient. Durch die Stiftungsbegünstigung ist das anders. Wenn jemand viel verdient, bringt er sein Vermögen in die Stiftung ein, wofür er aber weniger zahlt", so Doralt am Wochenende im "Standard"-Interview.

"Die vielen Meldungen", wonach hunderttausende Arbeitsplätze den österreichischen Stiftungen zu verdanken sind, bezeichnet Doralt als "blanken Unsinn". Es ärgere ihn, dass genau jene Menschen, die vor Jobabbau warnen, im selben Atemzug bestreiten würden, das Stiftungen steuerlich privilegiert sind: "Das geht nicht zusammen", so der Vorstand des Instituts für Finanzrecht an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien.

Zu den Vorteilen der Gruppenbesteuerung, dass Verluste ausländischer Töchter mit den Gewinnen im Inland gegengerechnet werden können, bedürfe es erst einmal eines aussagekräftigen Datenmaterials: "Wir wissen gar nicht, was sich da abspielt. Ich glaube, die Steuerbehörden haben nicht einmal ein statistisches Material, das ihnen zeigt, was wir verlieren. Ohne dass die Zahlen auf dem Tisch liegen, können wir nicht vernünftig darüber reden, welche Begünstigungen gerechtfertigt sind", so Doralt.

(APA)

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