Kaspisches Meer: Anrainerstreit beigelegt

Nur die Aufteilung der großen Öl- und Gasreserven unter dem Meer, die bleibt weiterhin offen.

(c) APA/AFP/Sputnik/ALEXEY NIKOLSKY

Aktau. Die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres haben nach jahrzehntelangen Verhandlungen ihren Streit über den rechtlichen Status des weltgrößten Binnengewässers weitgehend beigelegt. Die Staatschefs von Russland, dem Iran, Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan unterzeichneten am Sonntag im kasachischen Küstenort Aktau eine entsprechende Übereinkunft.

Der Streit über den Status des Binnenmeeres, das etwas größer ist als Deutschland, war nach dem Zerfall der Sowjetunion aufgekommen. Bis dahin hatten das zaristische Russland beziehungsweise später die Sowjetunion und die Perser (heute der Iran) das leicht salzige Gewässer kontrolliert. Mit der Unabhängigkeit Aserbaidschans, Kasachstans und Turkmenistans 1991 kamen drei weitere Staaten hinzu, die eigene Ansprüche anmeldeten.

Zwar bezeichneten die Gipfelteilnehmer die Einigung als historisch, doch eine der zentralen Fragen blieb nach iranischer Darstellung offen. Es werde „die Aufteilung des Bodens und des Untergrunds noch nicht definiert“, sagte der iranische Präsident Hassan Rouhani.

Die Aufteilung des Meeresbodens ist wirtschaftlich entscheidend für die Ausbeutung der großen Mengen an Öl und Gas, die unter dem Kaspischen Meer lagern. Zudem hängt davon ab, wie Pipelines durch das Gewässer gebaut werden können.

Turkmenistan ist daran interessiert, seine Energieressourcen über Aserbaidschan nach Südeuropa liefern zu können. Europa könnte dadurch unabhängiger von russischem Gas werden. Bisher hat Russland solche Bestrebungen stets verhindert. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2018)

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