Warum werden in Österreich so viele Opioide konsumiert?

Österreich hat einen sehr hohen Opioid-Verbrauch. Vor allem der Konsum von Morphinen ist hoch, denn heimische Suchtmediziner halten Substitol und Compensan für die Mittel der Wahl. Zwei Unternehmen kommt das sehr entgegen.

Immer wieder werden  retardierte Morphine von Patienten verflüssigt und in die Venen injiziert, womit es zu einem Kick kommt (Archivbild).
Immer wieder werden  retardierte Morphine von Patienten verflüssigt und in die Venen injiziert, womit es zu einem Kick kommt (Archivbild).
Immer wieder werden retardierte Morphine von Patienten verflüssigt und in die Venen injiziert, womit es zu einem Kick kommt (Archivbild). – (c) Getty Images (Spencer Platt)

Österreich gehört wie die USA, Kanada und Australien zu den Ländern mit dem höchsten Opioidkonsum weltweit. Im Unterschied zu Opiaten sind Opioide synthetisch hergestellte Substanzen, die eine morphinähnliche Wirkung haben. Sie sind schmerzstillend, euphorisierend und haben ein hohes Suchtpotenzial. Zu den meistgebrauchten Opioiden zählen etwa Heroin, Methadon, Morphin, Fentanyl, Codein oder Oxycodon.

Aber warum werden in Österreich so viele Opioide konsumiert? Müssen wir fürchten, in einem Atemzug mit den USA genannt zu werden, wo die Abhängigkeit von Opioiden zur Volksseuche der Mittelschicht geworden ist? Wir können beruhigt sein. Der hohe Bedarf hat hierzulande nämlich ganz andere Gründe als in den Vereinigten Staaten. Dort sind die Zahlen vor allem mit dem enormen Missbrauch dieser Medikamente zu erklären. In Österreich hingegen sind die Daten auf die gute Versorgung von Schmerzpatienten und von Opioidabhängigen (Substitutionstherapie) zurückzuführen. „Bei uns bekommen jene Menschen Opioide, die sie wirklich brauchen. In den USA nicht, dort sind Schmerzpatienten und Opiatabhängige sehr schlecht versorgt“, sagt Hans Haltmayer, Sucht- und Drogenbeauftragter der Stadt Wien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2018)

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