Carsharing tut der Umwelt nicht gut

Autos teilen sollte die Ökobilanz verbessern. Doch die Nutzer sorgen für mehr Verkehr und Emissionen.

Die Nutzer von Carsharing sorgen für mehr Autos, Verkehr und CO2-Emissionen.
Die Nutzer von Carsharing sorgen für mehr Autos, Verkehr und CO2-Emissionen.
Die Nutzer von Carsharing sorgen für mehr Autos, Verkehr und CO2-Emissionen. – Getty Images

Wien. Die Idee klang gut und auch recht logisch: Immer mehr Menschen leben in Ballungsräumen, wo der Platz für Autos knapp wird. Dabei steht der Privat-Pkw die meiste Zeit ungenutzt herum. Also schafft man Angebote, Autos zu teilen. Neue Technologie macht Carsharing bequemer: Dank GPS-Ortung findet man mit der App rasch ein Fahrzeug in der Nähe und kann es an einem beliebigen Ort wieder abstellen. Dieses „Free Floating“ gilt nicht nur als trendig, sondern auch als ökologisch wertvoll. Die Hoffnung von Politikern und Klimaschützern: Immer mehr Menschen verzichten auf ein eigenes Auto; wenn sie überhaupt mit einem fahren, dann sehr überlegt – also selten. Aber diese Hoffnung hat nun eine groß angelegte Studie in Deutschland zerstört. Ihr Fazit: Die Nutzer von Carsharing sorgen im Gegenteil für mehr Autos, Verkehr und CO2-Emissionen.

Erstmals wurde dabei erforscht, wie sich das Verkehrsverhalten durch die Nutzung verändert, und eine Ökobilanz erstellt. Die Beteiligten hätten sich wohl selbst ein anderes Ergebnis erhofft: Erstellt haben die Studie das Öko-Institut in Freiburg und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt. Das Umweltministerium hat die Arbeit gefördert; Praxispartner war der älteste und größte Anbieter, Car2go. Tausende Nutzer in Köln, Frankfurt und Stuttgart wurden über zwei Jahre immer wieder befragt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2018)

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