Schattenbanken-Sektor in der EU leicht geschrumpft

Kredit- und Finanzgeschäfte abseits der etablierten Bankenbranche sind im vergangenen Jahr in der EU überraschend zurückgegangen.

Die vom sogenannten Schattenbanken-Sektor bewegten Vermögenswerte fielen in der EU um 0,1 Prozent auf 42,3 Billionen Euro, wie der Europäische Systemrisikorat (ESRB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Im Unterschied dazu wuchs der gesamte Finanzsektor in der EU um 0,9 Prozent. Zu den Schattenbanken werden unteren anderem Hedge- und Geldmarktfonds, alternative Investmentfonds sowie spezielle Börsenhändler gezählt. Sie gelten als deutlich riskanter als traditionelle Geldhäuser.

Im Zeitraum 2012 bis 2015 war der Schattenbanken-Sektor laut ESRB-Bericht im Durchschnitt noch um jährlich 8,6 Prozent gewachsen. Damit nahm er erheblich stärker zu als die normale Bankenbranche. Doch seitdem schwächt sich den Daten zufolge das Wachstum ab.

Der ESRB entstand nach der weltweiten Finanzkrise. Es hat neben Aufsichtsfunktionen für Banken, Versicherungen und Börsen die Aufgabe, Gefahren für das Finanzsystem möglichst frühzeitig zu erkennen und so eine Ausbreitung zu verhindern. Als Lehre aus der Krise wurden zwar für traditionelle Banken strengere Regeln eingeführt. Kritiker bemängelten zuletzt immer wieder, dass es aber bei Kredit- und Geldgeschäften abseits der Bankenbranche noch Regulierungsbedarf gebe. (R

(Reuters)

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