USA: Tesla verkauft erstmals mehr Autos als Audi

Grafik Der E-Autobauer Tesla treibt die Anbieter in der Oberklasse vor sich her. Autoexperte Dudenhöffer warnt die europäischen Premiumbauer.

CHINA-TRADE
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Tesla weist erstmals Gewinn aus. – APA/AFP/JOHANNES EISELE

Tesla hat in den USA, immerhin der zweitgrößten Automarkt der Welt, im September und im Oktober mehr Neuwagen verkauft als Audi. Nach der "Produktionshölle" musste Elon Musk, wie er im September über Twitter kundtat, dann noch durch die "Auslieferungshölle“. Mit der Einschätzung, dass die logistischen Probleme leichter zu bewältigen seien, hatte der Tesla-Chef scheinbar recht. Denn im Oktober hat Tesla in USA 21.800 Neuwagen an Kunden ausgeliefert. Das sind 5740 oder 36 Prozent Neuwagen mehr als Audi. Schon im September hatte der Vorsprung von Tesla auf Audi 2150 Neuwagen oder elf Prozent betragen.

Auch Lexus und BMW ist Musk im US-Markt USA bereits dicht auf den Fersen. Die Luft wird für die Autobauer ohne Elektroautos in den USA dünner.


Während Audi 12 unterschiedliche Modelle in USA im Verkauf hat, sind es bei Tesla gerade 3 Modelle, berichtet das CAR-Center Automotive Research in einer Aussendung. Elon Musk hat im Oktober im Durchschnitt 7230 Fahrzeuge pro Modellline verkauft. Bei Audi waren es nur 1340. Auch das zeigt die Stärke von Tesla. Mit mehr Modellen hat Tesla das Potenzial weiter zu wachsen, sagt Ferdinand Dudenhöffer, der das Institut an Universität Duisburg-Essen, leitet.

Ein wichtiger Teil der Tesla-Verkäufe komme durch den großen Auftragsbestand für Model 3 zustande, so Dudenhöffer.  Mehr als 18.000 Neuwagen, das entspricht knapp 83 Prozent aller Tesla-Auslieferungen an Kunden im Oktober, waren Fahrzeuge des Model 3. Auch wenn die starken Auslieferungszahlen vor allem dadurch zustandekommen, dass sich Musk mit der Auslieferung seines Models 3 zunächst auf den US-Markt USA konzentriere, zeigen die Verkäufe der Monate September und Oktober die große Kraft von Tesla.

Tesla hat in den USA so wichtige Wettbewerber und Premiummarken wie Porsche, Volvo, Jaguar, Landrover, Cadillac weit hinter sich gelassen und ist jetzt auch Audi vorbeigezogen.

Der US-Markt scheint Hinweis auf die zukünftige Bedeutung von Tesla zu geben. Die Grafik zeigt eine steile Aufwärtskurve bei der Auslieferung.

 

Gleichzeitig hat es Tesla im dritten Quartal erstmals geschafft, Gewinne auszuweisen. Der Umsatz von Tesla im Autogeschäft betrug 6,1 Milliarden Dollar, dabei sprang ein Gewinn von 417 Mio. US-Dollar im operativen Geschäft heraus, was wiederum einer operative Gewinnmarge von 6,1 Prozent bedeutet. Ein Indiz auch dafür, dass Tesla profitabel produzieren kann.

Die Verkaufszahlen aus USA zeigen das Wachstumspotential von Tesla, erklärt Dudenhöffer.  Das seien einerseits gute Aussichten für die Tesla-Investoren, aber gleichzeitig ist das auch die Botschaft für die europäischen Premium-Autobauer, dass es für sie eng werden könnte,  wenn sie nicht schneller in die Elektromobilität gehen.

 

(red./herbas)

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