Österreichs Sparer sind immer noch sehr vorsichtig

Furcht vor dem Unbekannten führt bei Sparern zur Tatenlosigkeit.

Wien. Österreichische Sparer sind im Vergleich zu Sparern aus fünf anderen EU- Ländern besonders furchtsam. Sie halten trotz Niedrigzinsen an ihrem bisherigen Sparverhalten fest und scheuen Wertpapiere. 49 Prozent fürchten sich einer Studie zufolge vor Marktschwankungen und Verlusten bei Veranlagungen auf dem Kapitalmarkt – europaweit sind es 22 Prozent. „Furcht vor dem Unbekannten lässt Anleger in der Tatenlosigkeit verharren“, so die Kapitalanlagegesellschaft J.P. Morgan Asset Management in einer Pressemeldung zum aktuellen „Income-Barometer“. Sie macht dafür fehlendes Finanzwissen und fehlende Beratung verantwortlich.

 

Unzufriedenheit mit Zinsniveau

Die Hälfte der europäischen Sparer zeigt sich laut Umfrage mit den Sparzinsen in der bisher zehnjährigen Niedrigzinsphase unzufrieden, in Österreich sind es sogar 58 Prozent. Aber nur sieben Prozent der europäischen Befragten sind von Spareinlagen auf Kapitalmarktinvestments umgestiegen. Weitere sieben Prozent haben ihre Sparquote erhöht. 43 Prozent haben nichts gemacht. In Österreich sind immerhin 14 Prozent aktiv geworden.

Ein Hauptgrund, warum aus Sparern keine Anleger werden, ist laut Studie fehlendes Kapitalmarktwissen. 23 Prozent der rund 8200 Umfrageteilnehmer aus Großbritannien, Belgien, Italien, Spanien, Deutschland und Österreich gaben an, dass sie das Thema nicht verstehen und deshalb lieber die Finger davon lassen. In Österreich sind es 31 Prozent. Jeder zehnte in Europa und 15 Prozent in Österreich gaben fehlende Beratung als Grund für ihre Kapitalmarktabsenz an. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2018)

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