Gewerkschaft zu Handels-KV: "Vorwürfe der Arbeitgeber sind absurd"

Die Gewerkschaft ziehe die Verhandlungen der Handelsangestellten nicht bewusst in die Länge, sagt die GPA-Vorsitzende Teiber. Die Arbeitgeber hatten die Gespräche abgebrochen.

Zahl der kleinen Baeckereien ruecklaeufig - Fachkraefte gesucht
Zahl der kleinen Baeckereien ruecklaeufig - Fachkraefte gesucht
Gespräche um Handels-KV stocken. – APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Im Clinch zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Handel meldet sich nun auch die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp, Barbara Teiber, zu Wort. "Die Vorwürfe von Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller, wir würden die Verhandlungen im Handel bewusst in die Länge ziehen, sind absurd", sagte Teiber laut einer Aussendung vom Donnerstag.

Es seien nicht die Verhandler der GPA-djp gewesen, die gestern den Verhandlungstisch verlassen haben, so Teiber. "Herr Buchmüller sollte sich die Abschlüsse der letzten Wochen in anderen Branchen ansehen und soll dann den Angestellten im Handel erklären, warum sie mit ihrem Abschluss fast ein Prozent darunter liegen sollen."

Die Gewerkschaft fordert für die über 400.000 Handelsangestellten ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent. Die Arbeitgeber bieten Erhöhungen zwischen 2,35 bis 2,65 Prozent.

Gewerkschaft fordert 3,5 Prozent mehr Gehalt

Mittwochabend wurden die Gespräche nach 10 Verhandlungsstunden kurz nach 21 Uhr abgebrochen, da keine Einigung beim Gehaltsplus in Sicht war. Die Arbeitgeber sehen hinter dem Abbruch politische Motivation und orten ein abgekartetes Spiel. "Die politische Motivation dahinter wird immer klarer, dass das im Vorfeld abgesprochen ist. Ganz dumm sind wir ja auch nicht. Man hat gemerkt, dass sie (die Gewerkschaft, Anm.) die Verhandlungen unbedingt in die Länge ziehen wollten", sagte Handels-Chefverhandler Peter Buchmüller am Donnerstag zur APA.

"Der Vorwurf, dass die Verhandlungen politisch motiviert seien, geht ins Leere. Die Durchsetzung von Interessen war und bleibt auch immer eine politische Frage. Und wenn der Sozialpartner Wirtschaftskammer sich bei den Regierungsparteien Gesetze bestellt, die massiv in die Arbeitsrealität der Beschäftigten einwirken, dann wollen wir uns Ausgleich auf den Ebenen suchen, wo das möglich ist. Aus dieser politischen Haltung haben wir nie ein Hehl gemacht", so Teiber.

Kommenden Samstag (8. Dezember) will die Gewerkschaft in Einkaufszentren und Einkaufsstraßen Aktionen durchführen. Was genau geplant ist, wurde noch nicht kommuniziert. Ab Montag (10. Dezember) sind auch Betriebsversammlungen vorgesehen.

(APA)

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