Karfreitag: Katholische Aktion will gesetzlichen Feiertag für alle

Die Laienorganisation spricht sich gegen einen "Eintausch" gegen einen anderen Feiertag aus. Die Arbeiterkammer will den Karfreitag nicht gegen einen anderen Feiertag eintauschen.

FEATURE OSTERN/KARFREITAG
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KAÖ spricht sich gegen "Eintausch" aus. – APA

Die Katholische Aktion (KAÖ) hat sich nach dem EuGH-Urteil zum Karfreitag für einen gesetzlichen Feiertag für alle an diesem Datum ausgesprochen. Dieser Tag habe auch für Katholiken einen besonderen Stellenwert, erklärte Präsident Leopold Wimmer am Donnerstag in einer Aussendung. Ein "Eintausch" etwa gegen den Ostermontag oder den Pfingstmontag kommt für die Laienorganisation aber nicht infrage.

Gleichzeitig warnt die KAÖ vor einer rein wirtschaftlichen Diskussion: "Die vermeintliche Lösung, einfach Feiertage zu verschieben bzw. einzutauschen, ist sehr problematisch", so Vizepräsident Armin Haiderer. "Natürlich ist es wichtig, auch die wirtschaftliche Seite zu sehen, aber Feiertage einfach als Verschubmaterial zu verwenden, ist nicht zielführend." Auch die katholische Bischofskonferenz hatte sich davor klar gegen einen derartigen Tausch positioniert.

Damit stimmt die KAÖ mit der großen Mehrheit der Arbeitnehmer überein, die nämlich einer Umfrage von Unique Research zufolge befürwortet, dass der Karfreitag zum Feiertag für alle Österreicher wird. Demnach sind 81 Prozent für eine solche Lösung als Antwort auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Zu einem Abtausch von Feiertagen gibt es hingegen ein klares Nein. Die Umfrage wurde von der Arbeiterkammer (AK) in Auftrag gegeben. 

 

Bischofskonferenz in Kontakt mit Blümel

Die Spitze der katholischen Kirche bestätigte gegenüber der APA, dass Kultusminister Gernot Blümel (ÖVP) bereits Kontakt in der Sache aufgenommen habe. Allerdings habe es sich dabei lediglich um informelle Gespräche gehandelt, zu einem Treffen sei es bisher noch nicht gekommen, sagte ein Sprecher der Bischofskonferenz auf APA-Anfrage. Das Bundeskanzleramt peilt jedenfalls Gespräche in größerer Runde mit allen Betroffenen an, wie es zuletzt hieß.

Am Dienstag war es zu einem ersten offiziellen Gespräch zwischen Blümel und dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker zum Karfreitag gekommen. Bünker zeigte sich danach zufrieden, elf Varianten für eine Lösung lägen auf dem Tisch. Der evangelische Bischof war es auch, der zuerst einen Tausch mit einem katholischen Feiertag vorgeschlagen hatte. Nach juristischer Skepsis liebäugelt er nun mit dem Vorschlag, einen flexiblen zusätzlichen Urlaubstag für alle einzuführen.

Einen solchen flexiblen Feiertag, von dem auch andere Religionen wie Menschen ohne Bekenntnis profitieren würden, befürwortet auch der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs - zumindest aus "pragmatischer Sicht", wie er zur APA sagte. Rein theologisch sprach er sich aber für den Karfreitag als Feiertag für alle aus. Seine Überlegung: Wie etwa um Weihnachten würde dann auch zu Ostern etwas Ruhe einkehren. Eine offizielle Einladung zu Gesprächen haben auch die ebenfalls betroffenen Methodisten noch nicht vom Kanzleramt erhalten. Schröckenfuchs betonte aber, dass er sich durch Bünker in der Sache gut vertreten fühle.

Die Arbeiterkammer hatte zuvor in einer Aussendung mitgeteilt, am Karfreitag festzuhalten zu wollen, die Wirtschaftskammer will einen zusätzlichen Feiertag vermeiden. Der ÖGB wirft der Regierung vor, gar nicht diskutieren zu wollen.

(APA)

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