Friedenspfeife zwischen B&C und Tojner?

Zwischen dem Wiener Investor Michael Tojner und der B&C-Stiftung soll es eine Art "Waffenstillstand" geben, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend".

Michael Tojner verhandelt mit der B&C-Stiftung
Michael Tojner verhandelt mit der B&C-Stiftung
Michael Tojner verhandelt mit der B&C-Stiftung – APA/GEORG HOCHMUTH

Dem Wiener Investor und Industriellen Michael Tojner war nachgesagt worden, er wolle die B&C-Stiftung (und damit die Mehrheit an den österreichischen Paradunternehmen Lenzing, Semperit und Amag) übernehmen. Eine als feindlich empfundene Übernahme sei vom Tisch, wird Stiftungsvorstand Wolfgang Hofer im Wirtschaftsmagazin "trend" zitiert: "Wir reden jetzt über eine vernünftige Lösung".

Die Kontrahenten wollen dem Bericht zufolge nun gemeinsam versuchen, der italienischen UniCredit ihr Recht als Letztbegünstigte der B&C-Stiftung zu einem - wie es heißt - "angemessenen Preis" abzukaufen und "nach Österreich zu holen". Die Rolle eines Vermittlers soll dabei laut Hofer ausgerechnet Tojner spielen. Noch im Dezember hatte sich Hofer mit Händen und Füßen gegen Absichten einer feindlichen Übernahme gewehrt: "Ich habe bei all diesen Vorschlägen nie einen Vorteil für die Stiftung gesehen", so Hofer damals. Die B&C-Holding hatte allerdings zu Beginn der Auseinandersetzung auch darauf gepocht, dass der UniCredit ihre Letztbegünstigungsrechte bereits 2008 abgegolten worden seien.

Ursprünglich hatten Tojner und befreundete Unternehmer bzw. Geschäftspartner den Plan verfolgt, vom Bank-Austria-Mutterkonzern deren Rechte als Letztbegünstigte der B&C-Stiftung zu erwerben - und mit der UniCredit dazu eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Das im Oktober bekannt gewordene Vorhaben sorgte für erhebliches Aufsehen, hält die B&C doch namhafte Beteiligungen an börsenotierten Industrieperlen wie Lenzing, AMAG oder Semperit.

Mit an Bord des Konsortiums, dem nachgesagt wurde, es wolle diese Stiftung "knacken", sind etwa der Industrielle Stefan Pierer, der langjährige Tojner-Geschäftspartner Martin Ohneberg, Chef der Industriellenvereinigung Vorarlbergs, sowie "Krone"-Herausgeber Christoph Dichand.

Laut unbestätigten Medienberichten von Herbst soll Tojner der UniCredit 100 Millionen Euro offeriert haben, damit sie ihm ihre Rechte als Begünstigte und Letztbegünstigte der Stiftung überlässt. Außerdem solle es 150 Millionen Euro dafür geben, dass der Stiftungsvorstand umbesetzt und für Tojner oder von ihm ausgewählte Personen geöffnet wird, hieß es damals.

 

Über "vernüftige" Lösung gesprochen

Das langfristige Kalkül bei einem Erwerb des Letztbegünstigtenrechtes an der B&C-Stiftung von der UniCredit war: Je nachdem, wie weit eine in Österreich für irgendwann erwartete Stiftungsrechtsnovelle geht, könnten diese Rechte 100 Millionen oder ein paar Milliarden Euro wert sein, so der "trend". Denn bei einer Stiftungsrechtsnovelle könnten wesentliche Punkte der Einfluss von Begünstigten auf den Stiftungsvorstand und die Möglichkeit zur Auflösung einer Stiftung sein.

Nun soll zum Letztbegünstigtenrecht "über eine vernünftige Lösung" gesprochen werden, um es zu einem angemessenen Preis nach Österreich zu holen. Dass den Italienern schon einmal 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden sein sollen, solle dabei "allerdings nicht hilfreich" sein, sei aus der B&C zu hören, die deutlich weniger zahlen wolle, schreibt das Magazin.

Dem Bericht zufolge soll Tojner keinerlei Begünstigtenrechte bekommen. "Es ist auch nicht geplant, dass er oder jemand aus seinem Konsortium in den Stiftungsvorstand einzieht", wird Hofer zitiert. Wenige Wochen vor Weihnachten stand noch eine Klage der B&C im Raum. "Wenn es kein Weihnachtswunder gibt, dann werden wir schon in den kommenden Wochen eine Klage einbringen - gegen alle Beteiligten", hatte es von Hofer damals geheißen: "Denn der Beschluss des Board of Directors der UniCredit ist dokumentierte Absicht genug, und Tojner hat uns auch gesagt, dass es bereits einen Vorvertrag gibt."

(APA)

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