Nur jeder dritte Schwule in Österreich outet sich im Job

Aus Furcht, in eine Karrierefalle zu tappen, machen Homosexuelle in Österreich aus ihrer sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz lieber ein Geheimnis.

Facebook-Mitarbeiter nehmen an der jährlichen Pride Parade in New York teil.
Facebook-Mitarbeiter nehmen an der jährlichen Pride Parade in New York teil.
REUTERS

Am Standesamt sind sie gleich, aber nicht vor dem Chef? Nur 33 Prozent der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender in Österreich, Deutschland und der Schweiz legen ihre sexuelle Orientierung im Job offen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Erhebung der Boston Consulting Group unter 4000 jungen Erwachsenen.

Ganz anders sieht das etwa in Großbritannien, Brasilien und den USA aus. Hier gaben 63, 60 und 55 Prozent an, sich auch am Arbeitsplatz zu outen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 52 Prozent. Für die Unternehmen im deutschsprachigen Raum ist das auch eine Chance, sagt BCG-Partner Lukas Haider: "Ein offener Umgang mit dem Thema sexuelle Orientierung fördert die Arbeitszufriedenheit." So könnten diese Talente eher gewonnen werden.

Acht Prozent fühlen sich nach Coming Out unwohl

Das Potenzial ist groß: Wie die Studie zeigt, wären 84 Prozent der Betroffenen prinzipiell bereit, sich im Job zu outen. Doch obwohl 40 erwarten, dass dieser Schritt ihr Leben vereinfachen würde, können sich nur wenige dazu durchringen. Jeder Fünfte fürchtet, dass ein "Coming Out" in ihrem Betrieb ein Karriererisiko darstellen würde.

Wer es doch tut, ist damit in den allermeisten Fällen zufrieden. Nur acht Prozent der Befragten gab an, sich nach dem Outing unwohl zu fühlen. 44 Prozent sind damit zufrieden. 35 Prozent halten ihre Orientierung geheim - und fühlen sich damit wohl.

 

 

(mac)

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