Bei einem Hard Brexit wackeln 6.000 Jobs in Österreich

Für die Simulationsrechnung sind die Studienautoren davon ausgegangen, dass die Importe Großbritanniens nach einem ungeordneten Brexit um 25 Prozent einbrechen.

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Themenbild: Brexit – Reuters

Ein ungeregelter EU-Ausstieg der Briten bedroht einer Studie zufolge rund 6.000 heimische Arbeitsplätze. "In Österreich könnten direkt 2.000 und indirekt 4.000 Arbeitsplätze betroffen sein", sagt der deutsche Studienautor Oliver Holtemöller.

Über die Untersuchung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berichtete zuvor die "Welt am Sonntag". Holtemöller ist stellvertretender IWH-Präsident und Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Halle-Wittenberg. Die komplette Studie zu den möglichen Brexit-Auswirkungen für 43 Länder veröffentlicht das Institut morgen, Montag, auf http://www.iwh-halle.de.

100.000 Deutsche betroffen

In Deutschland sind laut der IWH-Studie die Arbeitsplätze von mehr als 100.000 Menschen durch einen Brexit ohne Abkommen bedroht. In keinem anderen Staat ist der Effekt auf die Gesamtbeschäftigung so groß wie in Deutschland. Nach Deutschland sei Frankreich das EU-Land, dessen Arbeitsmarkt durch einen ungeregelten Brexit am stärksten bedroht sei, schreiben die Studienautoren. Hier seien fast 50.000 Arbeitnehmer betroffen. In China seien es knapp 59.000. Gemessen an der Gesamtbevölkerung seien die Auswirkungen in Malta und Irland am größten. Weltweit gehe es den Berechnungen zufolge um 612.000 Menschen, die nach einem ungeregelten Brexit ihren Job verlieren könnten.

Die Zahlen sind Ergebnisse einer Simulationsrechnung: Für die Untersuchung sind die Autoren davon ausgegangen, dass die Importe Großbritanniens nach einem ungeordneten Brexit um 25 Prozent einbrechen - ein Wert, der gängigen wissenschaftlichen Schätzungen entspreche. Sie entwickelten eine Formel, mit der sie berechnen konnten, wie sich ein solcher Importeinbruch auf welche Industrie und welches Land auswirkt. Grundlage dafür waren Daten der World Input Output Database (WIOD), die die Welthandelsverflechtungen von Staaten dokumentiert.

(APA/dpa)

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