Sollen Geschäfte um 14 Uhr schließen?

Der Karfreitag ist für den Lebensmittelhandel der zweitstärkste Tag nach dem 23. Dezember. Noch ist unklar, ob die Geschäfte ab 14 Uhr offen halten dürfen.

Wien. Keine andere Branche ist von der neuen Karfreitagsregelung so stark betroffen wie der stationäre Handel. Denn für den Lebensmittelhandel ist der Karfreitag der zweitstärkste Tag nach dem 23. Dezember. Die jetzt vorgestellte Regelung werfe noch viele Fragen auf, sagte eine Sprecherin des Handelskonzerns Spar zur „Presse“. Denn die Regierung habe einen Feiertag ab 14 Uhr für alle versprochen. Daher müsse zunächst einmal geklärt werden, ob die Geschäfte am Karfreitag ab 14 Uhr überhaupt offen halten dürfen.

Dazu muss das Öffnungszeitengesetz angepasst werden. Dieses Gesetz sieht vor, dass Geschäfte an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich geschlossen bleiben, wobei es verschiedene Sonderregelungen gibt (wie für den 8. Dezember, den 24. Dezember und den 31. Dezember).

Weil die Umsätze am Karfreitag so hoch sind, wollen viele Geschäfte offen halten. Selbst wenn das möglich sein sollte, müssen sich die Sozialpartner noch auf die Zuschläge für die Angestellten einigen. Der Handelsverband schlug am Dienstag für den Karfreitag eine Regelung wie für den 8. Dezember vor. Hier haben sich die Sozialpartner auf eine besonders teure Lösung geeinigt, wie Überstundenzuschlag von 100 Prozent und Zeitausgleich. Außerdem darf kein Beschäftigter zur Arbeit an diesem Feiertag gezwungen werden. Der 8. Dezember ist für den Handel zwei- bis dreimal so teuer wie ein normaler Tag.

Die Gewerkschaft hat sich damals ihre Zustimmung teuer abkaufen lassen. Einigen Geschäftsinhabern sind die Zuschläge zu hoch. Sie halten daher am 8. Dezember geschlossen.

Die Wirtschaft verlangt, dass ihr die Mehrkosten für den Karfreitag vom Bund ersetzt werden müssten. Nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo werde sich der halbe Feiertag weniger stark auf die Wirtschaftsleistung auswirken als ursprünglich angenommen. Der negative Wertschöpfungseffekt werde unter 100 Millionen Euro liegen.


[P7Y4A]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2019)

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