Gedränge der Köche und Kellner auf Rot-Weiß-Rot-Karte hält sich in Grenzen

AMS-Chef Kopf erwartet mehr Bewerber in der Sommersaison. Im Jänner wurden sieben Rot-Weiß-Rot-Karten für Köche und Kellner ausgestellt.

Niedrige Bewerberzahlen für Rot-Weiß-Rot-Karte
Niedrige Bewerberzahlen für Rot-Weiß-Rot-Karte
Niedrige Bewerberzahlen für Rot-Weiß-Rot-Karte – (c) Clemens Fabry

Kellner und Köche von außerhalb der EU kommen trotz Ausweitung der Mangelberufsliste per Anfang Jänner noch nicht verstärkt nach Österreich. Mit Ende Jänner seien sieben Rot-Weiß-Rot-Karten für Köche und für Kellner anerkannt worden, schreibt der Standard". Seit 1. Jänner stehen beide Jobs auf der Mangelberufsliste, der Kellner auf der regionalisierten, der Koch österreichweit.

Die Rot-Weiß-Rot-Karte für Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern wird für 24 Monate ausgestellt und berechtigt zur befristeten Niederlassung sowie zur Arbeit bei einem bestimmten Arbeitgeber. Die heimische Gastronomie und Hotellerie sucht dringend Fachkräfte, um den Betrieb am Laufen zu halten. Aus Österreich und dem EU-Ausland gibt es nicht genug Bewerber für offene Stellen.

Kritik an Rot-Weiß-Rot-Card von Tourismus

Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist von den niedrigen Bewerberzahlen nicht überrascht. Tourismusbetriebe hätten sich bereits vor Start der Wintersaison mit dem Personalmangel arrangiert, sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf zur APA. Für die Sommersaison rechnet Kopf mit mehr Kellnern und Köchen von außerhalb der EU.

Die WKÖ-Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Petra Nocker-Schwarzenbacher, ortet zu hohe Anforderungen bei der Rot-Weiß-Rot-Card für Bewerber. Möglichst jung und viel Praxis, profunde Ausbildung und zertifizierte Sprachkenntnisse seien notwendig. Das Instrument funktioniere so nicht, sagte Nocker-Schwarzenbacher dem "Standard". Man werde das Thema mit der zuständigen Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) besprechen. Ziel sei eine Lockerung der Kriterien. "Derzeit ist die Tür offen, aber nur so weit, dass keiner durchpasst", kritisierte Nocker-Schwarzenbacher.

Die Gewerkschaft drängt auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der heimischen Gastronomie und Hotellerie, um mehr heimische Arbeitskräfte anzulocken. "Da die Überarbeitung der Mangelberufslisten im Tourismus offenbar keinen Erfolg gebracht hat, wird jetzt hinter verschlossenen Türen weiter an den Kriterien für Schlüsselkräfte herumgeschraubt, und zwar nach unten. Gegen dieses Downgrading protestiere ich aufs Schärfste", so vida-Gewerkschafter Berend Tusch in einer Aussendung.

(APA)

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