Hohe Strafe drückt UBS-Gewinn

Die Schweizer Großbank muss für Rechtsfälle insgesamt 2,83 Mrd. Dollar zurückstellen. Sie ist vor wenigen Wochen von einem Pariser Gericht zu einer Rekordstrafe von 3,5 Mrd. Euro verurteilt worden und muss zudem dem französischen Staat Schadenersatz in der Höhe von 800 Mio. Euro bezahlen.

FILE PHOTO: The logo of Swiss bank UBS is seen in St. Moritz
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REUTERS

Strafzahlungen in Milliardenhöhe belasten nicht nur die Deutsche Bank: Die Schweizer Großbank UBS hat 2018 wegen einer unerwartet hohen Strafe in Frankreich etwas weniger verdient als zunächst angenommen. Der Überschuss habe 4,5 statt der Ende Jänner mitgeteilten 4,9 Mrd. Dollar betragen, teilte die Bank am Freitag mit.

Grund dafür ist eine erhöhte Rückstellung für Rechtsfälle in Höhe von 382 Mio. Dollar. Die größte Schweizer Bank war vor wenigen Wochen von einem Pariser Gericht zu einer Rekordstrafe von 3,5 Mrd. Euro verurteilt worden und muss zudem dem französischen Staat Schadenersatz in der Höhe von 800 Mio. Euro bezahlen. Im Prozess ging es um Geldwäsche und Beihilfe zu Steuerhinterziehung. Die Bank hat dagegen Berufung angekündigt, der Fall dürfte die UBS somit noch mehrere Jahre beschäftigen. Die Rückstellungen insgesamt für Altlasten und Prozessrisiken betragen neu 2,83 Mrd. Dollar, für den Frankreich-Fall allein liegen sie bei 516 Mio. Dollar.

Trotz des etwas niedrigeren Gewinns verdiente die Bank im vergangenen Jahr aber deutlich mehr als 2017, als der Überschuss bei knapp einer Mrd. Dollar gelegen war.

Das Geschäft habe sich im ersten Quartal bisher verhalten entwickelt. "Trotz einer Erholung der Aktienmärkte, sind die Kunden bisher im ersten Quartal vorsichtig geblieben", heißt es im Geschäftsbericht. Daher werde es schwieriger für die Bank, ihre Ziele zu erreichen.

14 Millionen für den Chef

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti hat 2018 wie schon im Jahr zuvor knapp über 14 Mio. Franken verdient. Konkret betrug die Gesamtvergütung 14,1 Mio. Franken, nach 14,2 Mio. Franken für 2017. Der Verdienst setzt sich aus einem konstant gebliebenen Grundgehalt von 2,5 Mio. Franken und weiteren fixen Entschädigungen von 0,3 Millionen zusammen. Dazu kamen variable Vergütungen in Höhe von 11,3 (Vorjahr: 11,4) Mio. Franken. Ermotti habe 2018 die Erwartungen übertroffen, würdigte der Verwaltungsrat den Konzernchef. An Verwaltungsratspräsident Axel Weber wurden wie im Vorjahr sechs Mio. Franken gezahlt. 

(apa)

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