Entscheidung über neuen Casinos-Vorstand erst vor Ostern

Die Neubesetzung des Vorstands der teilstaatlichen Casinos Austria lässt auf sich warten. Alles geht in Richtung Glatz-Kremsner, Skopek und Sidlo.

Der Aufsichtsrat der Casinos Austria hat heute, Dienstag, wie zuletzt erwartet keine Entscheidung getroffen, wer in Zukunft den Vorstand des Unternehmens bilden wird. Noch gab es keine Einigung der drei großen Eigentümer. Trotzdem geht alles in die Richtung, dass Bettina Glatz-Kremsner bald Vorstandsvorsitzende wird, Martin Skopek und Peter Sidlo Vorstände an ihrer Seite.

Offenbar sind sich Republik Österreich, die tschechische Sazka und der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic im Grunde über die Personalia einig. Die Drei präsentierten sich in der Früh als Team, auch gab es keine Gegenkandidaten. Sazka möchte aber noch Zugeständnisse dafür, dass sie auf die Nominierung des Vorstandsvorsitzenden verzichtet. Bisher hatte diese Funktion der von Sazka vorgeschlagene Alexander Labak inne. Dafür ist nun eine Nachdenkpause vorgesehen.

Der Sonder-Aufsichtsrat soll nun sehr rasch einberufen werden. Das Unternehmen nannte "vor Ostern" als Termin dafür. Bis dahin soll es im Hintergrund eine Einigung der Eigentümer über die Forderungen von Sazka geben. Die zusätzliche Sitzung war insbesondere deshalb nötig, weil Sazka ihre Wünsche erst sehr kurzfristig deponiert hatte. Unter anderem möchte Sazka, dass die Republik Österreich auf ihr Vorkaufsrecht für Casinos-Anteile des Bankhauses Schelhammer & Schattera (5,31 Prozent) verzichtet, sodass das tschechische Unternehmen selber seine Anteile aufstocken kann, wie der "Kurier" geschrieben hat.

Der Vertrag von Labak läuft zwar noch bis Jahresende, der neue Vorstand soll aber deutlich früher die Geschäfte übernehmen. Die ÖVP-Vizeparteivorsitzende Glatz-Kremsner ist seit vielen Jahren in den Casinos Austria tätig. Derzeit ist sie Finanzvorständin, sie gilt als sehr gute Kennerin des Unternehmens und der Branche, ihr guter Draht zu Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist ein zusätzlicher Vorteil. Als Kandidat der Sazka-Gruppe ist der ehemalige Erste-Banker Martin Skopek für den künftigen Vorstand vorgesehen. Er ist seit einigen Jahren beim Mischkonzern KKCG des Milliardärs Karel Komarek tätig - KKCG ist seit kurzem Alleineigentümer der Sazka. Er hat sich für das operative Geschäft (COO) beworben. Als Dritter hat sich Peter Sidlo als Finanzvorstand (CFO) beworben. Er ist derzeit Vorstand der Investmentgesellschaft Sigma und für die FPÖ-Bezirksrat in Wien-Alsergrund. Glatz-Kremsner und Sidlo sind beide auch im Generalrat der Nationalbank tätig.

 

(APA)

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