Streit zwischen Bank Austria und 3 Banken dürfte vor Gericht landen

Eine Mehrheit für die HV-Anträge der Bank Austria gilt als unwahrscheinlich.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Die Bank für Kärnten und Steiermark (BKS) hat bereits in der Vorwoche Post von ihrem Aktionär UniCredit Bank Austria erhalten. Bei der Oberbank lief die entsprechende Frist gestern Abend ab, bei der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) ist es morgen so weit. Alle drei Institute erwarten jedoch, dass sie schlussendlich die gleichen Anträge der Bank Austria für ihre Hauptversammlungen (HV) erhalten werden. Und zwar, dass es eine Sonderprüfung für sechs Kapitalerhöhungen geben soll, deren älteste 1994 stattgefunden hat.

Wie berichtet, vermutet die Bank Austria, dass es durch die gegenseitige Beteiligung der drei Banken zu ungerechtfertigten Vorteilen gegenüber anderen Aktionären gekommen sei. Von den in der 3-Banken-Gruppe verschränkten Instituten wird dieser Vorwurf zurückgewiesen.

Für die Bank Austria dürfte es jedoch schwierig werden, bei allen drei Hauptversammlungen die Mehrheit zu erlangen. So besitzt sie bei der Oberbank lediglich 24 Prozent der Anteile, während die syndizierte 3-Banken-Gruppe inklusive Mitarbeiterstiftung auf fast 36 Prozent kommt. Entscheidend wird hier sein, wie stark der Streubesitz auf der Hauptversammlung vertreten sein wird. Ähnlich das Bild bei der BKS, bei der die Bank Austria fast 30 Prozent hält. Anders sieht es bei der BTV aus, dort kommt die Bank Austria allein auf rund 47 Prozent.

Aber auch wenn die Anträge der Bank Austria bei den Hauptversammlungen abgelehnt werden, ist das Thema noch nicht erledigt. Denn dann steht ihr der Weg zu Gericht offen, wo sie die Sonderprüfung einklagen kann. „Wir warten hier erst einmal die Ergebnisse der Hauptversammlungen ab“, heißt es dazu auf Anfrage der „Presse“.

Aber auch die Gegenseite soll sich laut „Presse“-Informationen vorbereiten. So soll an einem Industriekonsortium gebastelt werden, das im Fall des Falles der Bank Austria ihre Anteile abkaufen könnte. Offiziell werden diese Spekulationen jedoch zurückgewiesen. „Es gibt keine solche Industriegruppe“, sagt Oberbank-Chef Franz Gasselsberger auf Anfrage.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2019)

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