ÖBB suchen Interessenten für verlustreiche Logistik-Tochter

Die Bahn evaluiert die strategischen Optionen für ihre Tochter Q Logistics. Auch ein Totalverkauf ist möglich.

Die Presse (Clemens Fabry)

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) suchen Interessenten für ihre Logistik-Tochter Q Logistics GmbH. Die Gesellschaft war erst 2017 in Partnerschaft mit dem Salzburger Logistiker Quehenberger entstanden, der sich aber mit Ende 2018 verabschiedet hat. Nun werden die strategischen Optionen für Q Logistics evaluiert, auch ein Totalverkauf sei möglich, hieß es im Amtsblatt der "Wiener Zeitung".

Es sei beabsichtigt, Partner für die einzelnen Geschäftsfelder zu suchen und dabei den Betrieb bzw. Assets der Q Logistics zu veräußern. Auch die Aufnahme eines Partners als Mitgesellschafter der Q Logistics wird evaluiert, "wobei die Beteiligungshöhe in Abhängigkeit von der strategischen Kompatibilität bis zu 100 Prozent betragen kann", heißt es unter dem Titel "Interessentensuche". Damit würde das derzeit zu 100 Prozent dem Staatskonzern ÖBB gehörende Unternehmen vollprivatisiert.

Q Logistics GmbH mit Hauptsitz in Wien ist Anbieter von Logistikleistungen in Österreich. Mit derzeit 17 Standorten in Österreich betreibt das Unternehmen im Bereich Transport ein Stückgutnetzwerk in Österreich und bietet darüber hinaus Lagerlogistikdienstleistungen an. Daneben verfügt die Gesellschaft über vier Tochtergesellschaften in Osteuropa. Mit ca. 980 Mitarbeitern wurde im letzten Geschäftsjahr 2018 ein Umsatz von rd. 236 Mio. Euro erzielt. Laut WirtschaftsCompass wurden im Geschäftsjahr 2017 rund 26 Mio. Euro Verlust gemacht. Laut Medienberichten waren es 2017 und 2018 zusammen rund 50 Mio. Euro Verlust. Der Marktanteil in Österreich beträgt rund 20 Prozent.

Partner bei der Suche nach Käufern ist die KPMG. Informationsanforderungen für diese Akquisitionsmöglichkeit werden bis zum 10. Mai 2019 entgegengenommen.

(APA)

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