Österreicher fahren so viel mit Zug, Bus und U-Bahn wie noch nie

Grafik In Österreich wurden im Vorjahr um 15 Prozent mehr mit Bahn, Bus, Bim und U-Bahn gefahren als noch 2010. Dennoch bleibt das Auto Verkehrsmittel Nummer eins.

Die Öffis werden immer beliebter.
Die Öffis werden immer beliebter.
Die Öffis werden immer beliebter. – APA

In Österreich wurden im Vorjahr so viele Kilometer wie noch nie zuvor mit Bahn, Bus und städtischen Öffis gefahren. In Summe waren es rund 31 Milliarden Kilometer, um rund vier Milliarden Kilometer mehr als im Jahr 2010, informiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Aber mit rund 83 Milliarden  Kilometer wurde zweieinhalb Mal so viel mit dem Auto gefahren. "Die Bereitschaft mit städtischen Öffis, Bahn und Bus zu fahren ist in Österreich sehr groß. Um die Klimaziele zu erreichen, ist es aber nötig noch viel mehr Autofahrten auf den Öffentlichen Verkehr zu verlagern", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Das Klimaziel der Bundesregierung sieht eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs um rund ein Drittel bis zum Jahr 2030 vor.  Laut Umweltbundesamt verursachen Pkw mit Diesel oder Benzin pro Personenkilometer im Schnitt vier Mal so CO2 wie ein Bus und  sogar 15 Mal so viel wie die Bahn. E-Pkw mit österreichischem Strommix verursachen sechseinhalb Mal so viel CO2 wie die Bahn.

Gewohnheiten aufbrechen

Um mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren, muss die über Jahrzehnte gepflegte emotionale Bindung zum Pkw aufgebrochen werden. Dazu bedarf es neuer Konzepte unter Miteinbeziehung innovativer Verkaufs- und Marketingstrategien, Nutzung neuer technologischer Möglichkeiten wie auch die Rückbesinnung auf die klassischen Motive der Bedürfnisbefriedigung, meint Verkehrswissenschafter Stephan Tischler von der Universität Innsbruck.

Ein großes Potenzial zur Verlagerung gibt es auf den Arbeitswegen. Damit dies passiert, bedarf es zusätzlicher Angebote vor allem für die erste und letzte Meile, betont Sylvia Leodolter, von der AK Wien. Der Verkehrswissenschafter Harald Frey von der TU-Wien weist auf bestehende Hürden für  den Öffentlichen Verkehr hin: "Zersiedelung macht eine flächendeckende Versorgung mit Öffentlichem Verkehr schwierig und teurer. Raumplanung und Bauordnungen beeinflussen maßgeblich die Verkehrsmittelwahl. Kompakte Siedlungsstrukturen und die Aufhebung der Pkw-Stellplatzverpflichtung sind grundlegende Voraussetzungen für eine Chancengleichheit zwischen Öffentlichem Verkehr und Auto."

 

 

 

(red./herbas)

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