Hannes Androsch steigt bei Grazer Startup ein

Ein Produkt mit Spermidin soll die „Zellalterung“ des Körpers verlangsamen und altersbedingte Erkrankungen verhindern. Androsch investiert drei Millionen Euro in das Unternehmen.

Molekularbiologe Frank Madeo (l) und Unternehmer Hannes Androsch
Molekularbiologe Frank Madeo (l) und Unternehmer Hannes Androsch
Molekularbiologe Frank Madeo (l) und Unternehmer Hannes Androsch – (c) Andreas Lepsi/LEPSIFOTO

Der Wirkstoff Spermidin gilt als der Schlüssel, um die „Zellalterung“ des Körpers zu verlangsamen und altersbedingte Erkrankungen zu verhindern. Aufgrund einer Entwicklung der Karl-Franzens-Universität Graz und des Gesundheits-Start-Up Longevity Labs, kommtmit Spermidinelife nun weltweit zum ersten Mal ein hochdosiertes Produkt mit Spermidin auf den Markt. Als Investor dafür konnte Hannes Androsch gewonnen werden. Der Industrielle steigt mit einem Investment von drei Millionen Euro in das Grazer Start-Up ein, schreibt das Unternehmen in einer Aussendung. 

Im Alter verliert unser Körper die Fähigkeit, sich selbst zu regenerieren. Zellbestandteile sterben ab und schwächen die Zellen. Eine Arbeitsgruppe des Molekularbiologen Frank Madeo an der Karl-Franzens-Universität Graz fand in langjährigen Studien heraus, dass dieser Effekt aber auch durch eine im menschlichen Körper vorkommende Substanz - das „Spermidin“ - ausgelöst wird. Ein höherer Spermidinkonsum der Studienteilnehmer über einen Zeitraum von 20 Jahren korrelierte mit einer reduzierten Sterblichkeit und einer um fünf Jahre längeren Lebenserwartung.

Madeos Forschungen zeigen ein identes Bild: „Wir konnten nachweisen, dass Spermidin auch beim Menschen einen Anti-Aging-Effekt auslöst. Wer ausreichend Spermidin zu sich nimmt, verlängert damit möglicherweise seine gesunde Lebensspanne“, so Madeo. Mit zunehmendem Alter sinkt der im menschlichen Körper vorhandene natürliche Spermidin-Spiegel und damit die Selbstreinigungskraft der Zellen. Daher wurde eine Methode entwickelt, Spermidin aus Pflanzen (Weizenkeimen) zu isolieren und dem Menschen als Nahrungsergänzung zur Verfügung zu stellen. 

„Demenz, Alzheimer, Parkinson - wenn man das mildern, verhindern oder verzögern kann, dann wäre das ein gewaltiger Gewinn an Lebensqualität – in der Lebensspanne und Gesundheitsspanne einander möglichst nah kommen“, erklärt Androsch das Motiv für sein drei Millionen Euro Investment, mit dem er nun 51 Prozent der Anteile am Unternehmen hält. In den letzten hundert Jahren ist die Lebenserwartungen dramatisch gestiegen. Die Gesundheitsspanne hat aber nicht im gleichen Ausmaß zugenommen. Wenn es gelingt, mit einem natürlichen Produkt Alterserkrankungen zu mindern, wäre dies aus gesundheitspolitischer Sicht ein riesiger Erfolg, so Androsch weiter.

(red./herbas)

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