Österreichs Detektive zu Ibiza-Video: "So sind wir nicht!"

Der Österreichische Detektiv-Verband distanziert sich vom Ibiza-Video, das Strache und Gudenus zu Fall brachte. Alles würde darauf hindeuten, dass es sich beim involvierten Detektiv um einen „Möchtegernschnüffler“ handle.

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Videoaufnahmen aus einer Finca in Ibiza lösten ein innenpolitisches Erdbeben aus. – APA

Immer mehr Informationen gibt es zur Erstellung des Ibiza-Videos, das die Karriere von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus beendete und Neuwahlen in Österreich auslöste. Ein Wiener Anwalt und ein Detektiv waren maßgeblich daran beteiligt. Der Detektiv, ein Wiener mit Büro in München, soll die falsche Oligarchennichte nach Ibiza begleitet haben

Darauf hat nun der Österreichische Detektiv-Verband (ÖDV) reagiert und schreibt in einer Presseaussendung: „So sind Österreichs Detektive nicht!" Man unterwerfe sich nicht nur den Gesetzen, sondern auch berufsethischen Bestimmungen, heißt es darin. Dabei gehe es vor allem um das „berechtigte Interesse“. Dieses besagt, dass detektivische Maßnahmen nur dann zulässig sind, wenn seitens des Auftraggebers ein berechtigtes Interesse an bestimmten Informationen besteht.

„Kein berechtigtes Interesse"

Der ÖDV vertritt die Meinung, dass es im Fall des Ibiza-Videos kein berechtigtes Interesse seitens des Auftraggebers gegeben habe, „insbesondere auch deswegen, weil mit der Verwertung der Erkenntnisse über 2 Jahre zugewartet wurde."

Darüber hinaus habe man Strache und Gudenus „aktiv in eine Falle gelockt und möglicherweise auch vorsätzlich in einen enthemmten Zustand versetzt, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.“ Dies widerspreche  dem Grundsatz, das Fehlverhalten nicht selbst herbeizuführen oder zu begünstigen.

„Möchtegernschnüffler ohne Berufsethik"

Der ÖDV schreibt, nach jetzigem Kenntnisstand handle es sich beim dem involvierten Mann um keinen österreichischen Berufsdetektiv mit Gewerbeberechtigung. Außerdem gebe es glaubhafte Informationen, „dass die besondere Zuverlässigkeit aufgrund von Vorstrafen nicht gegeben ist.“ Die Berufsdetektive vermuten einen „Möchtegernschnüffler außerhalb des Gesetzes und jeder Berufsethik."

Die mediale Berichterstattung über den „Detektiv“ würde dem gesamten Berufsstand schaden, kritisiert der Verband weiter. Österreichs Berufsdetektive seien nämlich „Dienstleister für durchwegs in Not geratene oder zumindest in schwierigen Situationen befindlichen Bürgern dieses schönen Landes."

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(Red.)

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