OECD: Österreich für ausländische Hochqualifizierte mäßig attraktiv

Laut einer Studie gibt es für hochqualifizierte Arbeitskräfte und Studenten in Österreich Schwächen bei Einkommen und Zukunftsaussichten.

Österreich ist im OECD-Ranking  nur im Mittelfeld.
Österreich ist im OECD-Ranking  nur im Mittelfeld.
Österreich ist im OECD-Ranking nur im Mittelfeld. – APA/HELMUT FOHRINGER

Österreich ist für hochqualifizierte Arbeitskräfte und Studenten aus dem Ausland ein nur mäßig attraktives Ziel. Das zeigt die heute, Mittwoch, veröffentlichte Studie "OECD Indicators of Talent Attractiveness", für die die Rahmenbedingungen in 35 OECD-Staaten verglichen wurden. Bei der Anziehungskraft auf ausländische Unternehmer landet Österreich im vorderen Drittel.

Neben den Einwanderungsgesetzen haben noch viele weitere Faktoren Einfluss darauf, wie attraktiv ein Land für hochqualifizierte Ausländer ist. "Für Fachkräfte ist die Geschwindigkeit der Visaerteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte sind auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig", so Stefano Scarpetta, OECD-Direktor für Arbeit, am Mittwoch in einer Aussendung.

Klassische Einwanderungsländer am attraktivsten

Bewertungskriterien bei der Studie, die gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung erstellt wurde, waren berufliche Chancen, Einkommen und Steuern, Zukunftsaussichten (etwa Erhalt der permanenten Aufenthaltserlaubnis oder Staatsbürgerschaft), Möglichkeiten für Familienmitglieder, "Kompetenzumfeld" (Internetzugang, Verbreitung von Englischkenntnissen etc.), Lebensqualität und Diversität (Anteil hochqualifizierter Migranten an der Bevölkerung, Haltung zu Immigration etc.).

Berücksichtigt man die Einwanderungsgesetze und -praktiken, sind laut der Untersuchung für Unternehmer die klassischen Einwanderungsländer Kanada und Neuseeland sowie die Schweiz am attraktivsten, gefolgt von Schweden, Norwegen und Deutschland. Grund dafür sind laut OECD die geringen Hürden, um Unternehmen zu gründen und Jobs zu schaffen. Österreich landet auf Rang elf. Die Detailauswertung zeigt dabei: Bei den Möglichkeiten für Familienmitglieder kann sich Österreich zwar mit den attraktivsten Ländern messen. Schwächen gibt es allerdings bei Einkommen und Steuern, Zukunftsaussichten oder der Chance auf eine der Qualifikation entsprechende Arbeit.

Die größte Anziehungskraft auf Arbeitnehmer mit Master- oder PhD-Abschluss haben dank der guten Berufschancen für Hochqualifizierte Australien, Schweden und die Schweiz, vor Neuseeland, Kanada, Irland, den USA und den Niederlanden, Deutschland belegt Rang 12. Österreich findet sich mit Rang 17 im Mittelfeld, mit denselben Stärken und Schwächen wie sie auch für Unternehmer gelten.

Ebenfalls nur im Mittelfeld findet sich Österreich bei der Attraktivität für internationale Studenten (Platz 18 von 35). Besonders schlecht eingeschätzt werden hier die Möglichkeiten für Familienmitglieder, besonders gut die Inklusivität. Am attraktivsten für Studenten sind die Schweiz, Norwegen und Deutschland, gefolgt von Finnland, den USA, Australien, Frankreich, Kanada und Neuseeland.

Besonders unattraktiv dürften der Studie zufolge Griechenland, Mexiko und die Türkei für hochqualifizierte Migranten sein. Sie landen bei allen Gruppen auf den letzten Plätzen.

(APA)

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