Deutlich mehr Lehrlinge in Wien

In Wien stieg die Zahl der Lehrlinge im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent. Die Wirtschaftskammer erkennt darin einen positiven Imagewandel der Lehrberufe.

Präsident der WKO Wien Walter Ruck erkennt einen Imagewandel des Lehrberufs.
Präsident der WKO Wien Walter Ruck erkennt einen Imagewandel des Lehrberufs.
Präsident der WKO Wien Walter Ruck erkennt einen Imagewandel des Lehrberufs. – Florian Wieser

Obwohl das neue Berufsschuljahr erst im Herbst beginnt, zeigen aktuelle Zahlen der Wiener Wirtschaftskammer schon jetzt einen deutlichen Anstieg bei den Lehrlingszahlen. Nirgendwo sonst in Österreich stiegen sie so stark wie in Wien: Mit Ende Juli hatten hier 11.645 Lehrlinge mit einem Unternehmen einen Ausbildungsvertrag, das sind 633 Lehrlinge (5,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. Insbesondere in der Bankenbranche, dem Einzelhandel und in der Logistik gibt es heuer mehr Lehrlinge.

„Die Wiener Unternehmer wissen, dass vor allem sie selbst für die Ausbildung künftiger Fachkräfte sorgen müssen“, wird Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, in der Aussendung zitiert. „Und sie nehmen diese Verantwortung ernst.“ Die „erfreuliche Entwicklung" sei auch ein Zeichen für den Imagewandel der Lehre. „Die Wirtschaftskammer und vor allen die Branchenvertretungen haben in den letzten Jahren einiges unternommen, um das Image der Lehre zu steigern. Das macht sich bezahlt“, sagt Ruck.

Auch die Modernisierungsversuche der dualen Lehrausbildung scheinen Wirkung zu zeigen. So wurden mit dem E-Commerce-Kaufmann oder einer Lehre im Bereich Applikationsentwicklung/Coding einige neue Berufsbilder geschaffen. Zusätzlich wurden traditionelle Ausbildungen überarbeitet und modernisiert. Ruck: „Das sind wichtige Schritte, um die Lehrausbildung nicht nur für die Jugendlichen interessanter zu machen, sondern auch besser an Anforderungen und Alltag in den Betrieben anzupassen.“ 

Forderung nach neuen Bildungsstandards und Angeboten

Um die positiven Ansätze voranzutreiben, brauche es aber weitere Reformen, heißt es in der Aussendung weiter. So fordere man seit langem eine Bildungspflicht mit Mindeststandards und die Reform der 9. Schulstufe, „um die Ausbildungsreife der Jugendlichen beim Verlassen des Schulsystems sicherzustellen.“

Eine weitere Forderung ist die Adaptierung der dualen Ausbildung auf unterschiedliche Zielgruppen (auch Erwachsene). Für Maturanten gibt es eine solche bereits: Ab Herbst startet mit der „Dualen Akademie“ für Gärtner und Floristik die erste speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittene Berufsausbildung. Ruck betont: „Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit den Berufsschulen fortsetzen und die duale Akademie auch in anderen Branchen forcieren“, betont Ruck.

(ag./red.)

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