Luftfahrt: Al-Jaber klagt AUA auf 30 Mio. Euro

Der Rechtsstreit um den verhinderten Einstieg des Scheichs weitet sich aus. Als entscheidend für das Urteil des Gerichts gilt ein Gutachten, das für den Spätsommer erwartet wird.

(c) AP (Hans Punz)

Wien (jaz). „Wir nehmen das sehr entspannt hin.“ Mit diesen Worten bestätigt AUA-Sprecher Martin Hehemann „Presse“-Informationen, wonach der arabische Geschäftsmann mit österreichischem Pass, Scheich Mohammed Bin Issa al-Jaber, die Fluglinie auf 30 Mio. Euro Schadenersatz klagt. Die Klage wurde von al-Jaber beim Handelsgericht Wien eingebracht und ist eine Reaktion auf die Klage über 156,4 Mio. Euro, die die AUA im Herbst 2008 gegen al-Jaber angestrengt hat.

Hintergrund der Affäre ist einmal mehr der verhinderte Einstieg von al-Jaber als Investor im Jahr 2008. Der Geschäftsmann sollte der AUA im Rahmen einer Kapitalerhöhung 150 Mio. Euro zukommen lassen und dafür 20 Prozent der Anteile erhalten. Ein entsprechender Vertrag wurde abgeschlossen. Kurz nach dessen Unterzeichnung sprang al-Jaber ab, mit der Begründung, er sei über die wahre wirtschaftliche Lage der damals schwer angeschlagenen AUA „arglistig getäuscht“ worden.

Die AUA verlangt dennoch die Zahlung von al-Jaber – nun aber ohne den Erwerb von Anteilen. Al-Jaber sieht sich wiederum mit bis zu 110 Mio. Euro geschädigt, da mit der AUA geplante Projekte (Flughafenausbau in Bagdad, Gemüsehandel mit arabischen Ländern) nicht umgesetzt werden konnten. Als entscheidend für das Urteil des Gerichts gilt ein Gutachten, das für den Spätsommer erwartet wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2010)

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