FPÖ will „Roaming“ beim Solarstrom

Photovoltaik-Anlagen auf einer Million Hausdächer und „E-Roaming“ will die FPÖ umsetzen.

Wien. Beim Handy funktioniert es recht einfach: Man ist im Ausland und telefoniert in einem anderen Mobilfunknetz, zahlt dafür aber dank der neuen Roaming-Regeln der EU keine extra Gebühr.

Ähnliches will die FPÖ beim Strom für Besitzer von Photovoltaikanlagen und von einem Elektroauto umsetzen. Wenn ein Pendler mit seinem E-Auto zur Arbeit fährt, muss er dort normalerweise für das Aufladen der Batterie bezahlen. Währenddessen produziert seine Photovoltaikanlage zu Hause Strom, der ins Netz eingespeist wird.

Nach den Vorstellungen der FPÖ soll es in solchen Fällen ein „E-Roaming“ geben: „Durch den digitalen Fortschritt ist es möglich, dass Besitzer von Elektrofahrzeugen ihr Auto entfernt von ihrem Haus gratis aufladen und damit jenen Strom nützen, der in ihrer Abwesenheit zuhause produziert wird“, heißt es im Energiekapitel im Wahlprogramm der Partei, das der „Presse“ vorliegt.

Ein weiterer Punkt: Bis zum Jahr 2025 sollen auf einer Million Dächern und Hausfassaden in Österreich Photovoltaikanlagen installiert werden (laut Statistik gab es 2011 etwa 2,2 Millionen Gebäude im Land). Damit könnte man pro Jahr etwa fünf TWh Strom erzeugen, glaubt die FPÖ.

 

Strom aus dem Schrebergarten

Fest hält die Partei an einem Vorhaben, das sie schon mit ihrem alten Regierungspartner, der ÖVP, angegangen ist. Demnach will man lokale Energiegemeinschaften und den Eigenverbrauch fördern. Das soll so weit gehen, dass jemand beispielsweise in seinem Schrebergarten in Niederösterreich mittels einer Photovoltaikanlage Strom erzeugt und ihn in seiner Wohnung in Wien verbraucht. Zahlen soll er dann nur für die Netzbenutzung, so die FPÖ. (rie)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2019)

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