Greenpeace: Globaler Autosektor verursacht mehr CO2 als die EU

Greenpeace hält die geplanten Klimaschutzmaßnahmen für „vollkommen unzureichend“. VW sei „größter Klimasünder“, gefolgt von Renault Nissan und Toyota.

Greenpeace fordert CO2-Abgabe.
Greenpeace fordert CO2-Abgabe.
Greenpeace fordert CO2-Abgabe. – imago/McPHOTO

Der globale Autosektor (Industrie und Verkehr) verursacht mehr CO2 als die gesamte EU, zeigt ein Report der Umweltorganisation Greenpeace. Während die Autohersteller im Jahr 2018 für einen CO2-Fußabdruck von 4,8 Gigatonnen (Gt) CO2-Äquivalente (CO2e) verantwortlich gewesen seien, machten die jährlichen Treibhausgas-Emissionen der ganzen EU 4,1 Gt CO2e aus, heißt es in der Greenpeace-Studie. Größter Klimasünder sei VW.

Der jährliche CO2 -Fußabdruck eines Autoherstellers ist laut Greenpeace die Summe der Treibhausgas-Lebenszyklusemissionen der Autos, die er in einem bestimmten Jahr verkauft. Die Lebenszyklusemissionen umfassen demnach Produktions-, Verbrauchs-, Kraftstoffbereitstellungs- und Recyclingemissionen.

VW größter Klimasünder

Der Transportsektor ist laut Weltklimarat IPCC für 14 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, etwa 9 Prozent fallen auf den Pkw-Verkehr. Greenpeace hat im aktuellen Report, der heute im Rahmen der Frankfurter Automesse präsentiert wird, die Klimaauswirkungen der weltweit zwölf größten Autohersteller untersucht. Demnach war Volkswagen 2017 und 2018 "der größte Klimasünder unter den Autoherstellern". Der CO2-Fußabdruck von VW lag 2018 bei 582 Mio. Tonnen CO2e und damit über den jährlichen Treibhausgas-Emissionen von Australien, so Greenpeace.

Die deutschen Hersteller VW, Daimler und BMW hatten zusammen einen CO2-Fußabdruck von 878 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Das sei mehr als die gesamten Treibhausgas-Emissionen von Deutschland (866 Mio. Tonnen CO2e). Ford, General Motors und Fiat Chrysler Automobiles hatten den größten CO2-Fußabdruck pro Fahrzeug. "Dies ist keine Überraschung, da insbesondere im US-Vertrieb die Umsätze von großen SUV und Pick-ups dominiert wurden", schreibt die Umweltorganisation in ihrem Bericht.

Klimakrise wird nicht „ernst" genommen

Die größten Emittenten nach VW waren im Jahr 2018 Renault Nissan (577 Mio. Tonnen CO2e), Toyota (562 Mio. Tonnen CO2e), General Motors (530 Mio. Tonnen CO2e) und Hyundai-Kia (401 Mio. Tonnen CO2e).

"Die Autoindustrie nimmt die Klimakrise noch immer nicht ernst", sagte Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. Die Umweltschutzorganisation fordert ein Ende des Verbrennungsmotors ab 2028. Der Verkehr sei das größte Problemfeld der österreichischen Klimaschutz-Politik.

Von den zwölf größten Herstellern habe bisher nur VW zugesagt, in Zukunft nur mehr E-Autos zu bauen. "Doch die VW-Deadline ist 2040, das ist viel zu spät", konstatiert Schuster.

Greenpeace fordert CO2-Abgabe

Daher sieht sich Greenpeace in seiner Forderung nach einer ökosizialen Steuerreform bestätigt. Der sogenannte Referenz-NEKP soll der Regierung als Vorlage dienen und wurde von Österreichs führenden Klima-Wissenschaftlern entwickelt. Im Zentrum steht dabei die Einführung eines CO2-Preises auf fossile Rohstoffe in Kombination mit sozialen Entlastungsmaßnahmen.

“Die geplanten Klimaschutzmaßnahmen der drei größten Parteien sind vollkommen unzureichend. Der heute veröffentlichte Vorschlag der Wissenschaft zeigt auf: ohne grundlegende Hebel wie eine CO2-Abgabe werden wir die Klimaziele niemals erreichen”, kommentiert der Greenpeace-Sprecher.

(APA)

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